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Primärversorgungszentren

ENTWICKLUNG UND ERRICHTUNG BEDARFSGERECHTER PRIMÄRVERSORUNGSZENTREN IN DER MODELLREGION GESUNDHEIT LAUSITZ

Ziel des Vorhabens ist es, die medizinische Grund- und Akutversorgung langfristig und wohnortnah zu sichern. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung, Umsetzung und wissenschaftliche Begleitung unterschiedlicher Modelle von Primärversorgungszentren, die sich an den jeweiligen regionalen Bedarfen und vorhandenen Strukturen orientieren. Das Projekt reagiert auf die demografischen Veränderungen, längeren Wege zur Versorgung sowie den zunehmenden Fachkräftemangel in der Region. Ziel ist der Aufbau verlässlicher und gut vernetzter Versorgungsstrukturen, die die ambulante medizinische Versorgung stärken und gleichzeitig Krankenhäuser sowie Notaufnahmen spürbar entlasten.

Primärversorgungszentren (PVZ) sollen eine wohnortnahe, koordinierte und sektorenübergreifende Gesundheitsversorgung ermöglichen. Sie dienen als erste Anlaufstelle für alle primären Gesundheitsanliegen – von akuten Beschwerden über chronische Erkrankungen bis hin zu kleineren Notfällen. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten schnell und unkompliziert die passende Versorgung anzubieten, ohne dass sie selbst entscheiden müssen, welche Einrichtung zuständig ist.

Im Mittelpunkt steht ein interprofessionelles Team aus ärztlichen, pflegerischen, therapeutischen und sozialberatenden Fachkräften, das eng zusammenarbeitet. Durch längere Öffnungszeiten, abgestimmte Behandlungswege und eine koordinierte Patientensteuerung sollen Versorgungslücken geschlossen und unnötige Wege zwischen verschiedenen Einrichtungen vermieden werden. Dabei verfolgt das PVZ einen ganzheitlichen, biopsychosozialen Ansatz, der medizinische, pflegerische und soziale Bedarfe gemeinsam betrachtet.

Besonders bei chronischen Erkrankungen, kleineren akuten Beschwerden oder Unsicherheiten über die richtige Anlaufstelle bieten PVZ einen Mehrwert: Sie ermöglichen eine kontinuierliche Begleitung, koordinieren notwendige Hilfen und können viele gesundheitliche Anliegen frühzeitig wohnortnah versorgen. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, Rettungsdienste und Notaufnahmen zu entlasten, indem weniger dringliche Fälle gezielt in die passende Versorgung gelenkt werden.

Aktueller Stand

Der Innovations- und Netzwerkrat beschließt am 9. Juli 2025 die standortindividuelle und versorgungslogisch begründete Entwicklung von Primärversorgungszentren in der Modellregion Gesundheit Lausitz als Forschungsprojekt zur Sicherung der medizinischen Grund- und Akutversorgung. Damit kann die Modellregion eine Vorreiterrolle in Deutschland bei der Weiterentwicklung der Primärversorgung einnehmen und die auf Bundesebene angestoßenen Reformprozesse aktiv mitgestalten.

Nach der Erarbeitung und Abstimmung von Standortkriterien liegen Interessenbekundungen potenzieller Standorte vor. Derzeit werden diese gemeinsam mit den beteiligten Akteuren fachlich vertieft, auf ihre Umsetzbarkeit geprüft und mit Blick auf Forschung, innovative und neue Versorgungsformen, Digitalisierung und regionale Vernetzung weiter konkretisiert. Dabei stehen einheitliche Standards, digitale Anschlussfähigkeit, gute Erreichbarkeit, Forschungsbereitschaft und die Einbindung in bestehende regionale Strukturen im Vordergrund. PVZs integrieren sich in den Sicherstellungsauftrag der dafür zuständigen Akteure. Sie können wichtige Impulse zur Gestaltung wohnortnaher, sektorenübergreifender und interprofessioneller Versorgung in ländlich geprägten Regionen geben.