Rauchfrei leben
Rauchen gilt als der größte vermeidbare Risikofaktor für Krebs. Schätzungen zufolge gehen in Deutschland etwa 20 bis 25 % aller Krebserkrankungen auf das Rauchen zurück. Die gute Nachricht ist, dass ein Rauchstopp sich lohnt, in jedem Alter und nach jeder Rauchdauer. Schon kurze Zeit nach der letzten Zigarette verbessert sich die Sauerstoffaufnahme in der Lunge, und das Krebsrisiko sinkt mit den Jahren immer weiter.
Rauchen erhöht das Risiko für deutlich mehr Krebsarten, als viele Menschen wissen. Dazu gehören unter anderem:
- Lungenkrebs, die bekannteste und am besten belegte Folge des Rauchens.
- Krebs im Mund- und Rachenraum, besonders in Kombination mit hohem Alkoholkonsum.
- Blasenkrebs, wofür Rauchen der wichtigste Risikofaktor ist.
- Darmkrebs, ein Zusammenhang, der vielen Menschen nicht bewusst ist. Allein für den Darm rechnet der Krebsinformationsdienst mit mehreren Tausend zusätzlichen Krebserkrankungen pro Jahr durch Tabakkonsum.
Wichtig zu wissen ist, dass auch gelegentliches Rauchen, E-Zigaretten, Tabakerhitzer und Shishas nicht unbedenklich sind. Bei E-Zigaretten fehlen bisher noch Langzeitstudien, doch der Dampf enthält ebenfalls krebserregende Stoffe, wenn auch in geringerer Konzentration als bei herkömmlichen Zigaretten.
Wer aufhört zu rauchen, profitiert nicht nur langfristig von einem gesenkten Krebsrisiko. Auch Menschen, die bereits erkrankt sind, vertragen viele Behandlungen deutlich besser, wenn sie nicht mehr rauchen. Wunden heilen schneller, Medikamente belasten den Stoffwechsel weniger, und Schmerzmittel wirken oft schon in geringerer Dosis. Besonders bei Operationen zeigt sich das deutlich, ein Rauchstopp mindestens vier Wochen vor einem Eingriff kann das Risiko für Wundheilungsstörungen halbieren.
Auch Passivrauchen erhöht das Krebsrisiko. In Deutschland regeln das Bundesnichtraucherschutzgesetz sowie verschiedene Ländergesetze den Schutz von Nichtraucherinnen und Nichtrauchern, etwa in Zügen, Flugzeugen, Bussen, Schulen, Behörden und Krankenhäusern. Die genaue Umsetzung unterscheidet sich je nach Bundesland.

