Symposium Luftrettung

Dieses Symposium bringt zentrale Akteure der Notfall- und Gesundheitsversorgung zusammen, um die Luftrettung als wesentlichen Bestandteil einer leistungsfähigen Versorgungsstruktur in den Mittelpunkt zu stellen.
Die Luftrettung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der medizinischen Infrastruktur. Besonders in einem Flächenland wie Brandenburg mit großen Distanzen, ländlich geprägten Regionen und teils begrenzter stationärer Versorgung übernimmt sie eine Schlüsselrolle: Sie überbrückt Zeit und Raum, ermöglicht den schnellen Zugang zu spezialisierter Behandlung und trägt entscheidend dazu bei, die Versorgungsqualität für die Bevölkerung sicherzustellen.
Gleichzeitig steht die Luftrettung gemeinsam mit dem gesamten Rettungsdienst vor konkreten Herausforderungen im Versorgungsalltag. Während die Einsatzzahlen in der Luftrettung in den vergangenen Jahren tendenziell eher rückläufig sind, unter anderem durch erweiterte Kompetenzen der Notfallsanitäter, den Einsatz von Telenotärzten sowie Anpassungen in Alarmierungs- und Ausrückeordnungen, nehmen die Einsätze in der bodengebundenen Rettung weiter zu, insbesondere im Bereich niedrigschwelliger Einsatzanlässe. Diese Entwicklung verändert die Rolle und Einbindung der Luftrettung im Gesamtsystem und wird im Rahmen des Symposiums gezielt aufgegriffen und diskutiert.
Im Mittelpunkt des Symposiums steht daher die Frage: Wie kann die Luftrettung gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren heute und in den kommenden Jahren so aufgestellt und vernetzt werden, dass eine schnelle, effiziente und flächendeckende Versorgung zuverlässig gewährleistet ist?
Dabei geht es nicht nur um einzelne Organisationen, sondern vor allem um intelligente Vernetzung. Eine leistungsfähige Luftrettung entfaltet ihr Potenzial erst dann vollständig, wenn Leitstellen, bodengebundener Rettungsdienst, Luftrettung und Krankenhäuser eng zusammenarbeiten und ihre Prozesse optimal aufeinander abstimmen.
Ein besonderer Fokus liegt auf unterschiedlichen Perspektiven und praxisnahen Impulsen:
- Erfahrungen aus der Luftrettung
- Sichtweisen von Krankenhäusern
- Perspektiven des bodengebundenen Rettungsdienstes und der Leitstellen
- Impulse aus internationalen Kontexten, etwa aus Österreich und Polen
- sowie ergänzende Blickwinkel, beispielsweise aus der militärischen Flugmedizin
Gerade diese Vielfalt an Perspektiven eröffnet neue Denkansätze und ermöglicht es, voneinander zu lernen und gemeinsam konkrete Lösungsansätze für die Praxis zu entwickeln.
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, insbesondere im Kontext der Modellregion Lausitz. Die enge Kooperation mit Polen zeigt bereits heute, wie Versorgung über Landesgrenzen hinweg funktionieren kann und welches Potenzial in einer noch stärkeren Vernetzung liegt.
Darüber hinaus gewinnt der Bevölkerungsschutz zunehmend an Bedeutung. Die Zunahme von Großschadensereignissen und Katastrophenlagen, wie beispielsweise im Ahrtal oder in Südbayern, hat eindrücklich gezeigt, dass Luftrettungsmittel in besonderen Einsatzlagen über Fähigkeiten verfügen, die für eine effektive Gefahrenabwehr unverzichtbar sind. Hierzu zählen unter anderem die Rettung von Personen aus unzugänglichen Bereichen, etwa mittels Winde, sowie die Versorgung und Evakuierung von Menschen in von der Infrastruktur abgeschnittenen Regionen.
Das Symposium richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter von Leitstellen, Rettungsdiensten, Krankenhäusern, Krankenkassen, der Landesverwaltung sowie weiterer relevanter Institutionen. Es versteht sich als Plattform für offenen Austausch, praxisnahe Impulse und strategische Diskussionen.
Ziel ist es, konkrete Ansätze für eine noch besser vernetzte und leistungsfähige Luftrettung zu entwickeln – für eine Versorgung, die den Anforderungen eines Flächenlandes wie Brandenburg jederzeit gerecht wird.
Bei Rückfragen können Sie sich an Romy Schneider unter veranstaltungen@mul-ct.de wenden.
Anmeldungen sind in Kürze möglich.
