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LifeSaver Lausitz: Neue Impulse für die Gesundheitsversorgung

MUL – CT, BTU Cottbus-Senftenberg, CHESCO und Airbus Helicopters legen Grundstein für ein Innovationsökosystem in Gesundheitswesen, Digitalisierung und Mobilität
11.02.2026
LifeSaver Vertragsunterzeichnung 1
Die beteiligten Partnerinnen und Partner unterzeichneten am 11. Februar 2026 an der MUL – CT eine Absichtserklärung für die Zusammenarbeit der nächsten Monate.
LifeSaver Vertragsunterzeichnung 2
Die LOI - Unterzeichnung fand im Hörsaal Altbau der MUL - CT statt.
LifeSaver Vertragsunterzeichnung 3
Digitalisierungsvorstand Martin Peuker spricht über den Nutzen der künftigen Zusammenarbeit.
LifeSaver Vertragsunterzeichnung 4
Die Unterzeichnung der Absichtserklärung fand auch im Beisein von Dr. Klaus Freytag statt, dem Lausitzbeauftragten des Ministerpräsidenten vom Land Brandenburg.

Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) bringen gemeinsam mit Airbus Helicopters und der CHESCO GmbH das Innovationsprogramm LifeSaver Lausitz auf den Weg. Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung in der Modellregion Gesundheit Lausitz mithilfe digitaler Technologien und neuer Mobilitätslösungen gezielt weiterzuentwickeln und zugleich den wirtschaftlichen Strukturwandel der Region zu unterstützen.

Kern des Vorhabens ist der Aufbau eines digitalen Zwillings der Modellregion Gesundheit Lausitz. Dieses digitale Abbild soll bestehende Daten zur Gesundheitsversorgung, Mobilität, Demografie sowie zu Umweltfaktoren bündeln und analysierbar machen. Auf dieser Grundlage sollen konkrete Innovationsprojekte entwickelt und umgesetzt werden – unter anderem in den Bereichen medizinische Logistik, Drohnenanwendungen, Katastrophenschutz, Telemedizin sowie digitale Verwaltungs- und Informationsangebote.

Prof. Dr. Gesine Grande, Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg: „LifeSaver zeigt, wie aus exzellenter Forschung konkrete Lösungen für die Menschen in der Lausitz werden können. An der BTU bündeln wir dafür die Kompetenzen unserer Einrichtungen – von der CHESCO-Forschungsfabrik über den iCampus bis zur wissenschaftlichen Weiterbildung – und arbeiten eng mit Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Gemeinsam mit der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem und Airbus Helicopters erproben wir Drohnensysteme, die sichere, effiziente und zuverlässige Versorgungsflüge ermöglichen. So entsteht ein Pilotprojekt mit Modellcharakter, das die medizinische Infrastruktur auch in dünn besiedelten Regionen nachhaltig stärkt.“

Heiko Witte, Geschäftsführer der CHESCO GmbH: 
„Mit unserer Forschung an digitalen Zwillingen für nachhaltige Antriebssysteme in der Luftfahrt können wir bei CHESCO einen zentralen Beitrag zum Luftfahrt-Ökosystem bei der Entwicklung der digitalen Landkarte der Modellregion Gesundheit Lausitz leisten. Mithilfe des digitalen Zwillings lassen sich Ökosysteme für den Flugbetrieb mit medizinischen Drohnen abbilden. So können Reichweiten, Effektivität, Sicherheit und Effizienz der Versorgungsflüge bewertet und Anwendungen in Mobilität und Lufttransport gezielt verknüpft und weiterentwickelt werden.“

Das Programm folgt einem systematischen Ansatz: Zunächst wird datenbasiert analysiert, wo konkreter Bedarf besteht und welche Maßnahmen den größten Nutzen für Bevölkerung, Verwaltung und Wirtschaft versprechen. Darauf aufbauend werden anwendungsnahe Projekte entwickelt, die schrittweise vom Forschungs- in den Regelbetrieb überführt werden sollen.“

Mit der heutigen Unterzeichnung einer Absichtserklärung startet ein zunächst auf sechs Monate angelegter Prozess. In dieser Phase soll ein Gesamtkonzept einschließlich Finanzierungsstruktur erarbeitet werden. Zudem werden die Anforderungen an den digitalen Zwilling konkretisiert und erste App- beziehungsweise Use-Case-Projekte ausgearbeitet. Ziel ist der Aufbau eines langfristig angelegten Innovationsprogramms mit messbarem Nutzen für die Menschen in der Region.

Dr.-Ing. Klaus Freytag, Lausitz-Beauftragter des Ministerpräsidenten Brandenburg: 
„Mit der Unterzeichnung des LOI erleben wir die direkten Effekte der Strukturentwicklung. Uniklinik, Forschungsakteure und leistungsstarke Unternehmen wie Airbus kümmern sich zukünftig in der Modellregion Gesundheit um moderne Angebote in der Versorgung für die Menschen und schaffen damit neue Wertschöpfung in der Lausitz.“

Hintergrund:

Die Lausitz befindet sich infolge des Kohleausstiegs in einem umfassenden Strukturwandel. Mit der Modellregion Gesundheit Lausitz verfolgt das Land Brandenburg das Ziel, die medizinische Versorgung langfristig zu sichern, innovative Forschungs- und Entwicklungsbedingungen zu schaffen und neue wirtschaftliche Perspektiven zu eröffnen. Die MUL – CT bildet dabei das zentrale wissenschaftliche und medizinische Fundament.

LifeSaver wurde von Airbus gemeinsam mit International SOS entwickelt. Der Service richtet sich an Regierungen und Regionen, die ihre Gesundheitsversorgung mithilfe neuer Technologien gezielt verbessern möchten. 

Dr. Klaus Przemeck, Mitglied der Geschäftsführung von Airbus Helicopters in Deutschland:
„LifeSaver steht für effiziente Gesundheitsversorgung durch technologische Innovation. Die Modellregion Gesundheit Lausitz bietet ideale Voraussetzungen dafür, mit unseren Partnern moderne Mobilitätslösungen zu erproben und überregional zu skalieren.“ 

Grundlage des Programms ist stets eine detaillierte Analyse lokaler Versorgungsstrukturen und Bedarfe, um den Nutzen innovativer Lösungen realitätsnah zu simulieren. Ähnliche Projekte wurden bereits erfolgreich unter anderem in Estland, Bayern und Japan umgesetzt. In Brandenburg wird LifeSaver gezielt an die regionalen Besonderheiten angepasst.

Der digitale Zwilling der Modellregion Gesundheit Lausitz fungiert dabei als eine Art „Betriebssystem“, auf dem verschiedene Anwendungen und Projekte als Apps beziehungsweise Use Cases aufsetzen können – etwa zur Optimierung von Rettungsdiensten, für medizinische Transporte per Drohne, für digitale Bürger- und Verwaltungsservices oder für die Planung im Katastrophenschutz. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Modellcharakter der Region: Innovationen, die in der Lausitz entwickelt und erprobt werden, sollen perspektivisch auch auf andere Regionen in Deutschland sowie international übertragbar sein.

Martin Peuker, Digitalisierungsvorstand der MUL-CT:
„Gerade hier in der Lausitz stehen wir vor besonderen logistischen Herausforderungen – große Distanzen, eine alternde Bevölkerung und begrenzte Ressourcen verlangen neue Antworten. Mit innovativen, digital gestützten Versorgungsmodellen können wir die medizinische Versorgung resilienter, schneller und vernetzter aufstellen. Unser Anspruch ist es nicht nur, bestehende Strukturen zu optimieren, sondern die Modellregion aktiv voranzubringen und Lösungen zu entwickeln, die auch über die Lausitz hinaus als Blaupause für eine moderne Gesundheitsversorgung dienen.“

Damit leistet das Programm nicht nur einen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung vor Ort, sondern stärkt zugleich die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Lausitz.