Gemeinsam für eine zukunftsweisende Krebsforschung




Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) und das Klinisch-epidemiologische Krebsregister Brandenburg-Berlin (KKRBB) bündeln ihre Kräfte: Wissenschaftliche Exzellenz trifft auf qualitativ hochwertige Gesundheitsdaten, um die onkologische Versorgung von Krebspatientinnen und Krebspatienten in der Lausitz nachhaltig zu verbessern.
Mit dieser Kooperation wird ein bedeutender Grundstein für eine neue Qualität der interdisziplinären Zusammenarbeit gelegt: für eine zukunftsweisende Krebsforschung, für eine stärker datenbasierte Versorgungsforschung und für den konsequenten Ausbau digitaler Strukturen in der Medizin der Lausitz. Die Vereinbarung steht exemplarisch für den gemeinsamen Anspruch, wissenschaftliche Exzellenz, klinische Praxis und regionale Verantwortung nachhaltig miteinander zu verbinden.
Die feierliche Unterzeichnung fand in den Räumlichkeiten der MUL – CT statt. Im Mittelpunkt der Kooperation stehen der Aufbau einer gemeinsamen digitalen Infrastruktur sowie die strukturierte Nutzung von Register- und Versorgungsdaten für die Forschung und Qualitätssicherung.
Konkret bedeutet das: Die IT-Strukturen des Krebsregisters werden schrittweise in die Infrastruktur der MUL – CT integriert und weiterentwickelt. Künftig soll die Beantragung und Bereitstellung von Daten digital und über ein zentrales Antragsverfahren erfolgen. Diese Funktion als „Single Point of Contact“ wird die Transferstelle des Datenintegrationszentrums (DIZ) an der MUL – CT übernehmen. Dort sollen dann Anträge zur Dateneinsicht entgegengenommen, koordiniert und an die jeweils zuständigen Stellen weitergeleitet werden. Forschende müssen sich somit nicht mehr an verschiedene Einrichtungen wenden, sondern erhalten Beratung, Antragstellung und Verfahrensbegleitung aus einer Hand.
Für Forschungsprojekte werden zudem geschützte, digitale Arbeitsumgebungen geschaffen – sogenannte „Trusted Research Environments“ – in denen sensible Gesundheitsdaten datenschutzkonform und sicher für Patientinnen und Patienten sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der onkologischen Forschung ausgewertet werden können.
Die Anbindung des KKRBB ist der erste Meilenstein für die interoperable Zusammenarbeit in der „Modellregion Gesundheit Lausitz“. Sie zeigt vorbildhaft den Weg auf, der für die Einbettung der regionalen Akteure in eine einheitliche, digitale Gesundheitslandschaft zu gehen ist.
Die neuen Strukturen werden so aufgebaut, dass sie perspektivisch anschlussfähig an überregionale und europäische Entwicklungen im Bereich der Gesundheitsdatennutzung sind und damit den Weg ebnen in Richtung „Europäischer Gesundheitsdatenraum (EHDS)“.
Der Digitalisierungsvorstand der MUL – CT, Martin Peuker, verwies auf die Pionierleistung, die mit der Kooperation geschaffen wird: „Die Kooperation mit dem KKRBB gilt als Auftakt für die Anbindung erster Akteure der Modellregion an die MUL – CT und schafft damit eine wichtige Grundlage für vernetzte und datenbasierte Krebsforschung in der Lausitz.“
Auch das Krebsregister Brandenburg-Berlin unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Die Kooperation schafft eine wichtige Brücke zwischen universitärer Forschung, klinischer Praxis und Qualitätssicherung. Die Verknüpfung unserer Registerdaten mit der wissenschaftlichen Expertise der MUL – CT eröffnet neue Perspektiven für evidenzbasierte Versorgungsforschung, die am Ende tatsächlich wirksam bei Patientinnen und Patienten ankommt“, betont Dr. Renate Kirschner-Schwabe, Geschäftsführerin des Krebsregisters.
Die Unterzeichnung markiert einen besonderen Meilenstein für die medizinische Entwicklung in der Region Lausitz und in Brandenburg insgesamt. Beide Kooperationspartner signalisieren ihre gemeinsame Verantwortung für eine innovative, vernetzte und patientenorientierte Gesundheitsforschung in der Region. Dem Termin wohnte die Staatssekretärin für Gesundheit aus der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Ellen Haußdörfer, sowie Vertreterinnen und Vertreter der Landesärztekammer Brandenburg, alleinige Gesellschafterin des KKRBB, bei.
