Modellregion Gesundheit Lausitz: Digitales Leitkrankenhaus beschreitet mit Doctolib und KI-gestützten Lösungen neue Wege

Mit der Modellregion Gesundheit Lausitz entsteht in Cottbus ein neuer Ansatz, um medizinische Versorgung auch unter anspruchsvollen strukturellen Bedingungen langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln. Ziel ist es, Versorgung, Organisation, Digitalisierung und künstliche Intelligenz systematisch zusammenzudenken und neue, übertragbare Modelle für das Gesundheitswesen zu entwickeln. Herzstück der Modellregion ist die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT), die mit dem Anspruch gegründet wurde, als digitales Leitkrankenhaus neue Wege in der regionalen Versorgung zu gehen. Unterstützt wird dieses Vorhaben von Doctolib als strategischem Digitalisierungspartner – mit einer langfristig angelegten Zusammenarbeit, die neben dem Krankenhaus künftig auch die angegliederten MVZ-Praxen umfasst und dort KI-gestützte Lösungen wie einen intelligenten Telefonassistenten und digitale Patientenaufnahme zum Einsatz bringt.
Die Lausitz steht exemplarisch für viele Regionen in Deutschland: geringe Bevölkerungsdichte, ein zunehmender Fachkräftemangel und ein tiefgreifender wirtschaftlicher Strukturwandel stellen die medizinische Versorgung vor besondere Herausforderungen. Spätestens mit dem geplanten Ausstieg aus dem Braunkohleabbau bis 2038 ist klar, dass zentrale Bereiche der Daseinsvorsorge neu gedacht werden müssen – allen voran das Gesundheitswesen.
Eine Region mit besonderem Handlungsdruck
In der Lausitz leben rund 600.000 Menschen bei einer Bevölkerungsdichte von etwa 83 Einwohnerinnen und Einwohnern pro Quadratkilometer. Auf einen Krankenhausstandort kommen hier rund 40.000 Einwohner:innen – deutlich mehr als in dichter besiedelten Regionen. Gleichzeitig ist die Altersstruktur der medizinischen Versorgung angespannt: In Brandenburg ist bereits rund ein Drittel der Haus- und Fachärzt:innen älter als 60 Jahre. ¹
Diese Rahmenbedingungen erhöhen den Koordinationsaufwand in der Versorgung und verschärfen bestehende Effizienzprobleme. In der Praxis zeigt sich das unter anderem in einem hohen administrativen Zeitaufwand, redundanten Abstimmungsprozessen und begrenzter Transparenz entlang der Versorgungspfade. Zugleich besteht eine hohe Offenheit gegenüber digitaler Unterstützung: Laut Digital Health Report 2026 von Doctolib bewerten 79 Prozent der befragten Ärztinnen, Ärzte und medizinischen Fachangestellten Digitalisierung grundsätzlich als hilfreich, insbesondere zur Entlastung administrativer und organisatorischer Aufgaben. ²
Das digitale Leitkrankenhaus als Kern der Modellregion
Die MUL – CT wurde als erste staatliche Universitätsmedizin in Brandenburg mit dem klaren Auftrag gegründet, die Gesundheitsversorgung in der Region strukturell weiterzuentwickeln und neue Versorgungsansätze zu erproben. Ihr wissenschaftliches Profil konzentriert sich auf die interdisziplinären Forschungsschwerpunkte Gesundheitssystemforschung und Digitalisierung des Gesundheitswesens. Digitale Lösungen, moderne Versorgungsmodelle und eine starke Ausrichtung auf Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum machen die Medizinische Universität deutschlandweit einzigartig. Die Zusammenarbeit mit der Doctolib zahlt hierbei insbesondere auf den Forschungsschwerpunkt „Digitalisierung des Gesundheitswesens“ ein.
Mit mehr als 4.000 Mitarbeitenden in 22 Kliniken und vier Instituten versorgt die MUL – CT jährlich mehr als 150.000 Patientinnen und Patienten und bildet damit den organisatorischen Kern der Modellregion Gesundheit Lausitz. Die MUL – CT ist eine „Universität im Aufbau“, und sie denkt schon heute Medizin und das System einer verlässlichen, modernen Versorgung für morgen neu. Als Strukturwandelprojekt schafft sie nicht nur medizinischen Mehrwert. Als wichtiger, großer Arbeitgeber in der Versorgung entstehen in Medizin, Pflege und weiteren Gesundheitsberufen, Forschung, Lehre, und Technik kontinuierlich neue Arbeitsplätze. Darüber hinaus übernimmt die Uniklinik als verlässliche Partnerin in Stadt, Region und Land mit nationaler und internationaler Strahlkraft für Wissenstransfer die Stärkung der Gesundheitskompetenz, den Auf- und Ausbau von Angebotsstrukturen und damit eine hohe Verantwortung im System der Daseinsvorsorge.
„Als Universitätsmedizin übernehmen wir Verantwortung über die eigene Organisation hinaus. Mit Doctolib haben wir einen Partner gewählt, der unsere Prozesse versteht und digitale Lösungen praxisnah integriert. Die Einführung des Patientenportals erfolgt schrittweise durch ein gemeinsames Projektteam von MUL-CT und Doctolib, eng abgestimmt mit den Fachbereichen. Erste Piloterfahrungen fließen direkt in die Weiterentwicklung ein, begleitet von einem klaren Fokus auf unsere Mitarbeitenden im Veränderungsprozess.“
— Martin Peuker, Digitalisierungsvorstand, Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem
Doctolib als Partner für vernetzte Versorgung
Im Rahmen der Modellregion unterstützt Doctolib das digitale Leitkrankenhaus beim Aufbau einer KHZG-konformen digitalen Infrastruktur entlang des gesamten Patientenpfades. Kern ist ein zentrales Patientenportal (Doctolib Hospital), das Terminprozesse, strukturierte Vorabinformationen, sichere Patientenkommunikation, digitale Signaturen sowie die Anbindung an das Krankenhausinformationssystem bündelt – ergänzt durch Doctolib Connect für die DSGVO-konforme sektorübergreifende Zusammenarbeit. Die Partnerschaft wird perspektivisch auf die MVZ-Praxen der MUL – CT ausgeweitet: Dort kommen künftig weitere digitale Lösungen zum Einsatz – darunter der KI-basierte Telefonassistent, der eingehende Anrufe automatisch entgegennimmt und Termine direkt in den Kalender einbucht, sowie die Digitale Rezeption für eine medienbruchfreie Patientenaufnahme. So werden administrative Prozesse spürbar vereinfacht und die intersektorale Vernetzung in der Modellregion nachhaltig gestärkt.
„Modellregionen wie die Lausitz zeigen sehr konkret, wo digitale Infrastruktur heute Wirkung entfalten können: bei sektorübergreifender Vernetzung, Patientenmanagement und Entlassung. So können Digitalisierung und KI einen Beitrag leisten, die fragmentierte Versorgung zusammenzuführen. Unser Anspruch ist es, Kliniken mit digitalen Lösungen zu unterstützen, die im Alltag funktionieren und messbar entlasten – damit mehr Zeit für das bleibt, worum es im Gesundheitswesen geht: die Versorgung der Patientinnen und Patienten."
— Leonie Mentrup, Director Hospital, Doctolib Deutschland
Eine Blaupause für strukturschwache Regionen
Die Modellregion Lausitz versteht Digitalisierung nicht als Selbstzweck, sondern als strategisches Instrument zur Sicherung von Versorgung. Die enge Verzahnung von Universitätsmedizin, digitaler Infrastruktur und regionalen Netzwerken macht die Region zu einem Reallabor für das Gesundheitssystem von morgen. Der hier erprobte Ansatz ist kein Sonderfall: Die Lausitz zeigt, wie digitale Leitkrankenhäuser dazu beitragen können, Versorgung auch dort zukunftsfähig zu organisieren, wo strukturelle Herausforderungen besonders ausgeprägt sind.
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Quellen:
¹Digitaler Strukturwandel in der Modellregion Lausitz. Die MUL – CT. Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem. Martin Peuker, Vorstand Digitalisierung.
²Digital Health Report 2026 (YouGov-Studie im Auftrag von Doctolib), Januar 2026, Digital Health Report 2026. Link.
Über die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem
Als bedeutendes Leitkrankenhaus und Universitätsklinikum gestalten wir die Zukunft der Gesundheitsversorgung in der Modellregion Gesundheit Lausitz. Wir bieten umfassende Maximalversorgung mit 22 Kliniken und 4 Instituten für jährlich über 150.000 Patienten/innen sowie ein inspirierendes Umfeld für Forschung und Lehre. Die MUL – CT vereint Forschung, Lehre und Krankenversorgung in einem innovativen Rahmen und bietet vielfältige Karrierechancen, erstklassige Weiterbildungsprogramme und eine hochmoderne Arbeitsumgebung im Herzen von Cottbus. https://mul-ct.de/.
Über Doctolib
Seit 2013 setzt sich Doctolib für eine gesündere Welt ein. Doctolib trägt dazu bei, das tägliche Leben von mehr als 420.000 Ärzt:innen und Therapeut:innen europaweit durch den Einsatz innovativer Technologien zu verbessern. Doctolibs Lösungen unterstützen sie dabei, die Beziehung zu ihren Patient:innen zu pflegen, die Zusammenarbeit mit Kolleg:innen zu verbessern, klinische Entscheidungen zu treffen sowie finanzielle und administrative Aufgaben zu reduzieren. Gleichzeitig bietet Doctolib 90 Millionen Menschen in Europa einen schnellen und reibungslosen Zugang zu sicheren Lösungen für sämtliche Behandlungsphasen. In über 30 Städten in Frankreich, Deutschland, Italien und den Niederlanden beschäftigt Doctolib mehr als 3000 Mitarbeitende im Gesundheitswesen.
