MUL – CT untersucht Herzreaktionen von Fans im Stadion

Jubel, Nervenkitzel und Emotionen – ein Fußballspiel kann den Puls von Fans ordentlich in die Höhe treiben. Doch wie stark reagiert das Herz tatsächlich auf die Spannung im Stadion? Was passiert mit unserem Herzen, wenn in der 90. Minute das entscheidende Tor fällt? Dieser Frage geht die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) mit der neuen LAOLACottbus-Studie („Kardiale Gesundheit bei Fußballfans“) nach.
In Kooperation mit dem Kompetenznetz Vorhofflimmern e. V. (AFNET) und einer Gruppe renommierter Herzrhythmusexperten, die diese Idee entwickelten, untersuchen Wissenschaftler, wie sich der Besuch eines Fußballspiels auf die Herzaktivität von Zuschauerinnen und Zuschauern auswirkt. Im Fokus stehen dabei mögliche Herzrhythmusstörungen sowie Veränderungen von Herzfrequenz und Blutdruck unter emotionaler Belastung.
Die Studie wird am Standort Cottbus von Prof. Dr. Dirk Große Meininghaus geleitet und ist als Pilotprojekt angelegt. „Fußball ist für viele Menschen mit starken Emotionen verbunden. Wir möchten besser verstehen, wie sich diese Belastung auf das Herz auswirkt und welche Auswirkungen Gesundheitsinformationen auf das individuelle Gesundheitsverhalten haben – insbesondere bei Menschen über 40 Jahren“, erklärt Prof. Große Meininghaus. „Solche Erkenntnisse können langfristig dazu beitragen, Herzrhythmusstörungen frühzeitig zu entdecken und präventive Angebote weiterzuentwickeln.“
Die Datenerhebung findet bei ausgewählten Heimspielen des FC Energie Cottbus im Stadion der Freundschaft (LEAG Energie Stadion) statt. Teilnehmende Fußballfans im Alter von über 40 Jahren erhalten vor dem Spiel ein Langzeit-EKG, das über 24 Stunden getragen wird. So lassen sich Veränderungen der Herzaktivität während und nach dem Stadionbesuch auswerten.
Die Teilnahme der Probanden ist an einem der folgenden Spieltage möglich:
- Spieltag: Samstag, den 21. März 2026 (gegen SSV Ulm, 14:00 Uhr)
- Spieltag: Dienstag, den 7. April 2026 (gegen 1860 München, 19:00 Uhr)
- Spieltag: Sonntag, den 19. April 2026 (gegen Rot-Weiß Essen, 13:30 Uhr)
Zusätzlich zu den Messungen erhalten die Teilnehmenden im Anschluss Zugang zu einem App-basierten Gesundheitsangebot. Die Studie verbindet damit innovative Feldforschung mit einem präventivmedizinischen Ansatz. Nach sechs, zwölf und 24 Monaten sollen individuelle Verhaltensänderungen aufgrund der Untersuchungsergebnisse am Spieltag sowie gesundheitliche Ereignisse in den folgenden Monaten erfragt werden.
Mit dem Projekt unterstreicht die MUL – CT ihre Rolle als forschungsstarke Universitätsmedizin in der Modellregion Gesundheit Lausitz. Gleichzeitig eröffnet die Studie neue Perspektiven für die Untersuchung von Herz-Kreislauf-Reaktionen im Alltag – über klassische klinische Untersuchungsumgebungen hinaus.
Interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer können sich online informieren und zunächst für das erstgenannte Heimspiel anmelden unter: http://www.gesunde-lausitz.de/laola-cottbus
Die MUL – CT
Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) wurde am 01. Juli 2024 mit dem Wechsel des Carl-Thiem-Klinikums von der kommunalen in die Landesträgerschaft gegründet. Die staatliche Universität wird den Kern eines digital unterstützten Netzwerks von Akteuren aus Gesundheit und Pflege in der Modellregion Gesundheit Lausitz bilden. Neben der Stärkung der Gesundheitsversorgung in der Lausitz und der Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten für Brandenburg soll mit der Forschung rund um die Schwerpunkte Gesundheitssystemforschung und Digitalisierung des Gesundheitswesens ein Beitrag zur Modernisierung des Gesundheitssystems in ganz Deutschland geleistet werden. Die Gesamtkosten für den Aufbau der Universitätsmedizin bis 2038 betragen rund 3,7 Milliarden Euro – mehr als die Hälfte davon trägt der Bund im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes Kohleregionen.
Weitere Informationen: www.mul-ct.de
Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET)
Das Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET) ist ein interdisziplinäres Forschungsnetz, in dem Wissenschaftler:innen und Ärzt:innen aus Kliniken und Praxen deutschlandweit zusammenarbeiten. Ziel des Netzwerks ist es, die Behandlung und Versorgung von Patient:innen mit Vorhofflimmern in Deutschland, Europa und weltweit durch koordinierte Forschung zu verbessern. Dazu führt das Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. wissenschaftsinitiierte, nicht-kommerzielle, klinische Studien (investigator initiated trials = IIT), Register auf nationaler und internationaler Ebene sowie translationale Forschungsprojekte durch. Der Verein ist aus dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Kompetenznetz Vorhofflimmern hervorgegangen. Seit Januar 2015 werden einzelne Projekte und Infrastrukturen des AFNET vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) sowie einige Projekte aus EU-Forschungsmitteln gefördert. Das AFNET verfügt über langjährige Erfahrung in der Behandlung von Vorhofflimmern, unterstützt aber auch Forschungsarbeiten in anderen Bereichen, die für die kardiovaskuläre Versorgung relevant sind. Die Erkenntnisse aus der mittlerweile 20jährigen klinischen und translationalen Forschung des Forschungsnetzes haben das Leben von Patient:innen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbessert und Behandlungsleitlinien beeinflusst.
Weitere Informationen: www.kompetenznetz-vorhofflimmern.de
