MUL – CT will Kindern (mit Krebs) die Angst vor der MRT nehmen


Jährlich erkranken in Deutschland rund 2.000 Kinder und Jugendliche an Krebs – statistisch erhalten jeden Tag fünf Familien diese Diagnose. Neben belastenden Therapien gehören auch regelmäßige Untersuchungen zum Klinikalltag der jungen Patientinnen und Patienten. Gerade MRT-Untersuchungen lösen dabei häufig Angst, Unsicherheit und Stress aus – sowohl bei den Kindern selbst als auch bei ihren Angehörigen.
Um diese Ängste abzubauen und Untersuchungen kindgerechter vorzubereiten, verfügt die Kinderklinik der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) ab sofort über einen sogenannten „MiniTOM Kids“ von Siemens Healthineers. Das Gerät wurde durch den Verein Cancel Cancer e.V. ermöglicht und soll insbesondere Kindern mit onkologischen Erkrankungen helfen, sich spielerisch mit dem Ablauf einer MRT vertraut zu machen.
Der „MiniTOM Kids“ funktioniert wie ein Miniatur-MRT: Kinder können Kuscheltiere oder Puppen durch die kleine Röhre fahren lassen und so spielerisch erleben, was bei einer Untersuchung passiert. Ergänzt wird das Angebot durch einen integrierten Bildschirm und eine App, über die altersgerecht erklärt wird, wie eine MRT funktioniert und warum sie für Diagnostik und Behandlung so wichtig ist.
Durch diese frühzeitige Vorbereitung können Ängste reduziert, Untersuchungen erleichtert und im besten Fall sogar Sedierungen oder Narkosen vermieden werden. Für Kinder, die sich ohnehin in einer belastenden Behandlungssituation befinden, bedeutet das ein Stück mehr Sicherheit und Selbstvertrauen. Aber nicht nur Kindern mit Krebs soll die Angst vor der MRT-Untersuchung genommen werden. Zum Einsatz kommen soll das neue Gerät auch im Teddykrankenhaus speziell für Kitagruppen.
„Für Kinder ist eine MRT oft eine beängstigende Erfahrung – erst recht, wenn sie ohnehin bereits gegen eine schwere Erkrankung kämpfen. Mit dem MiniTOM schaffen wir einen geschützten, spielerischen Zugang zu einer Untersuchung, die medizinisch notwendig ist. Wenn wir dadurch Ängste nehmen und Kindern ein Stück Sicherheit zurückgeben können, ist das ein wichtiger Gewinn“, sagt Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL – CT. „Mein ausdrücklicher Dank gilt dem Verein Cancel Cancer für die großzügige Spende, Siemens Healthineers für die Gerätetechnik und der Verlegerin vom Jupitermond Verlag aus Würzburg, Dr. Susanne Schneck, für die tolle Kooperation. Sie hat uns speziell geholfen, das Gerät und die Räumlichkeiten dafür einzurichten. Ihr Kinderbuch-Verlag gehört zu den erfolgreichsten und innovativsten Verlagen in Deutschland in den zurückliegenden Jahren.“
Der Verein Cancel Cancer e.V. mit Sitz in Bremerhaven engagiert sich bundesweit für eine Kindheit ohne Krebs und macht mit verschiedenen Aktionen auf die Bedeutung der Kinderkrebsforschung aufmerksam. Ein Schwerpunkt des Vereins ist das Sammeln von Spenden, um Kliniken bei der Anschaffung von unterstützenden Angeboten wie dem „MiniTOM Kids“ zu helfen. Möglich wurde die Finanzierung des Geräts unter anderem durch die Teilnahme am RTL-Spendenmarathon.
Mit dem neuen Angebot setzt die MUL – CT ein weiteres Zeichen für eine kindgerechte und einfühlsame Versorgung junger Krebspatientinnen und -patienten in der Lausitz. Das Uniklinikum ist die zweite von insgesamt sechs Kliniken in Deutschland, die ein solches Gerät aufstellen und nutzen darf.
