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Forschung, die ankommt: Von der Zelle zur Therapie

Drei neue Professuren an der MUL – CT stärken den Transfer vom Labor in die Uniklinik
04.05.2026
Verleihung Professuren 5
v. l.: Prof. Dr. Christopher Horst Lillig – Biochemie (W3), Prof. Dr. Martin Schmidt-Hieber – Innere Medizin/Hämatologie und Onkologie (W2) und Prof. Dr. Dogus Darici – Mikroskopische Anatomie (W3) freuen sich über die Würdigung an der MUL – CT.
Verleihung Professuren 1
Die feierliche Übergabe professoraler Titel an der MUL - CT nahmen der Vorstandsvorsitzende, Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel (r.), und die Wissenschaftsvorständin Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey (l.) vor. Prof. Dr. Christopher Horst Lillig will den Bereich der Biochemie an der Uniklinik voranbringen.
Verleihung Professuren 2
Prof. Dr. Martin Schmidt-Hieber (l.)– Innere Medizin/Hämatologie und Onkologie (W2), erhält Glückwünsche zur feierlichen Übergabe von Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel.
Verleihung Professuren 3
Prof. Dr. Dogus Darici (M.) bei der Verleihung professoraler Titel.
Verleihung Professuren 4
Musikalisch flankiert wurde die feierliche Zeremonie auch dieses Mal.

Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) treibt ihren universitären Aufbau mit hoher Dynamik weiter voran: Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie am 29. April wurden drei neue Professoren berufen. Mit Prof. Dr. Christopher Horst Lillig (W3 Biochemie), Prof. Dr. Martin Schmidt-Hieber (W2 Innere Medizin/Hämatologie und Onkologie) und Prof. Dr. Dogus Darici (W3 Mikroskopische Anatomie) stärkt die Universität gezielt die Verbindung von Grundlagenforschung, klinischer Anwendung und innovativer Lehre.

Bereits zum sechsten Mal setzt die MUL – CT mit einer Berufungsveranstaltung ein sichtbares Zeichen für wissenschaftliche Exzellenz und den kontinuierlichen Ausbau ihres Profils. Gleichzeitig gewinnt der Universitätsmedizinstandort Cottbus weiter an Attraktivität.

In seiner Begrüßung betonte Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL – CT: „Mit jeder neuen Professur gewinnen wir nicht nur wissenschaftliche Expertise, sondern demonstriert sich Gestaltungswillen für eine moderne Universitätsmedizin. Entscheidend ist für uns der Brückenschlag von der Grundlagenforschung in die Versorgung – genau hier setzen wir mit unseren Berufungen an.“

Auch die Wissenschaftliche Vorständin Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey unterstrich die Bedeutung des Moments: „Noch keine zwei Jahre nach Gründung ernennt die MUL – CT mit Ihnen die 14., 15. und 16. Professur. Das ist ein weiterer wichtiger Meilenstein unserer Universitätsentwicklung.“

Die Geehrten im Überblick

Prof. Dr. Christopher Horst Lillig – Biochemie (W3)

Der Biochemiker und Biophysiker aus dem Ruhrpott erforscht mit seinem Team die zelluläre Signalweitergabe – also die Frage, wie Zellen miteinander kommunizieren. Im Fokus stehen chemische Prozesse wie Oxidation und Reduktion, durch die Proteine gezielt an- und ausgeschaltet werden. Ziel ist es, krankheitsrelevante Signalwege besser zu verstehen.

„Der Aufbau der MUL – CT gehört zu den spannendsten Projekten der deutschen Hochschullandschaft. Es erfüllt mich besonders, den Strukturwandel in der Lausitz aktiv mitzugestalten und Studierenden neue Perspektiven in Klinik, Wissenschaft und Forschung zu eröffnen.“

Prof. Dr. Martin Schmidt-Hieber – Innere Medizin/Hämatologie und Onkologie (W2)

Der Klinikdirektor der 2. Medizinischen Klinik ist spezialisiert auf die Behandlung hämatologischer Neoplasien sowie auf innovative Therapieverfahren wie die CAR-T-Zelltherapie. Weitere Schwerpunkte liegen auf Infektionen bei immungeschwächten Patient:innen und klinischen Studien.

„Die Verbindung aus klinischer Exzellenz, strukturellem Aufbau und gesellschaftlicher Relevanz macht diese Aufgabe einzigartig. Mein Ziel ist es, die spezialisierte hämatologisch-onkologische Versorgung in der Region nachhaltig zu verbessern und Versorgungslücken zu schließen.“

Prof. Dr. Dogus Darici – Mikroskopische Anatomie (W3)

Der im türkischen Kars geborene Mediziner, Anatom und Bildungswissenschaftler bringt umfassende Erfahrung aus Forschung und Lehre mit. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der medizinischen Didaktik, visuellen Expertise und innovativen Lehrmethoden. Für seine Lehrkonzepte wurde er 2025 mit dem Landeslehrpreis Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

„Mich reizt die einmalige Gelegenheit, den Aufbau einer neuen Medizinischen Fakultät aktiv mitzugestalten und mein Profil aus anatomischer, pädagogisch-psychologischer und medizindidaktischer Expertise einzubringen. Ich möchte eine moderne, evidenzbasierte Anatomielehre in der Lausitz etablieren. Darüber hinaus sehe ich im Modellcharakter des Studiums die Chance, als Medizindidaktiker von Beginn an der konzeptionellen Curriculumsentwicklung mitzuwirken.“

Hintergrund

Eine W3-Professur ist die höchste Stufe einer Professur an deutschen Universitäten, vergeben an etablierte Wissenschaftler mit umfassender Forschungs-, Lehr- und Publikationserfahrung, die oft mit Leitungspositionen und besserer Ausstattung sowie einer entsprechenden Besoldungsgruppe (W3) verbunden ist.

Eine W2-Professur ist eine Besoldungsgruppe für Professoren in Deutschland, die als mittlere Professur an Universitäten fungiert.

In den vergangenen anderthalb Jahren wurden an der MUL – CT zentrale Ordnungen wie die Habilitations- und Promotionsordnung verabschiedet, die Berufungsverfahren für W3- und W2-Professuren angestoßen und erste Lehrflächen auf dem Campus bestimmt. Erste Inhouse- und W3-Professuren, außerplanmäßige und Honorarprofessuren sowie W2-Professuren sind bereits verliehen worden, nun erweitern die berufenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Stamm der Lehrenden und Forschenden an der Uniklinik.

Der Modellstudiengang Humanmedizin startet im Wintersemester 2026 / 2027 mit den ersten 36 Studierenden – mit einem Curriculum, das auf aktives, interprofessionelles Lernen und frühe Forschungsorientierung setzt.