116 117
112
0355 46-0
0355 46-2959
0355 46-2233
0355 46-3000

5. Lausitzer Pflegekongress: Fokus auf neue Gesundheitsversorgung

Über 300 Teilnehmende diskutieren Prävention, Wissenschaft und Ansätze der Versorgung der Zukunft
20.05.2026
5 Lausitzer Pflegekongress 7
Über 300 Pflegeexpertinnen und -experten aller Qualifikationsstufen und aus unterschiedlichen Fachrichtungen und Spezialisierungen kamen nach Cottbus zum 5. Lausitzer Pflegekongress.
5 Lausitzer Pflegekongress 54
Andrea Stewig-Nitschke, Pflegevorständin der MUL – CT, übernahm die wissenschaftliche Leitung des Kongresses.
5 Lausitzer Pflegekongress 22
Viele Fachaussteller präsentierten sich auf der Messe.
5 Lausitzer Pflegekongress 27
Zum anspruchsvollen Programm zählten der Hauptkongress ,,Prävention‘‘, der Teilkongress „Seelische Gesundheit“ und „Junge Pflege“, für den der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Kongresspartner war.
5 Lausitzer Pflegekongress 30
5 Lausitzer Pflegekongress 43
Die Podcaster der MUL - CT im Einsatz.
5 Lausitzer Pflegekongress 92
Die diesjährigen Gewinner des Pflegeinnovationsawards - flankiert von Tobias Dünow, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) des Landes Brandenburg und Aufsichtsratsvorsitzender der MUL – CT (l.) sowie Pflegevorständin Andrea Stewig-Nitschke (r.).
5 Lausitzer Pflegekongress 15
5 Lausitzer Pflegekongress 24
5 Lausitzer Pflegekongress 48

Der 5. Lausitzer Pflegekongress der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) hat eindrucksvoll gezeigt, welche Strahlkraft die Pflege in der Lausitz und weit darüber hinaus entfalten kann. Über 300 Pflegeexpertinnen und -experten aller Qualifikationsstufen und aus unterschiedlichen Fachrichtungen und Spezialisierungen kamen nach Cottbus zur Messe. Ihnen wurde ein anspruchsvolles Programm geboten – in einem Hauptkongress ,,Prävention‘‘, in dem Teilkongress „Seelische Gesundheit“ und dem für die „Junge Pflege“, für den der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Kongresspartner war.

Andrea Stewig-Nitschke, Pflegevorständin der MUL – CT und wissenschaftliche Leitung des Kongresses, freute sich ausdrücklich über die zahlreichen Pflegefachpersonen, Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen und Ministerien, über Kolleginnen und Kollegen aus anderen Versorgungseinrichtungen und Universitätsklinika und über erfreulich viele Fachaussteller. Alle trafen sich in der Messe in Cottbus – einer offenen, hellen und einladenden Location – dem 5. Lausitzer Pflegekongress angemessen. 

„Das große und weiterhin wachsende Interesse an einer gemeinsamen Veranstaltung für aktuelle Fachinformationen freut uns sehr. Zukunftsfähige Konzeptionen, die Weiterentwicklungen in der Modellregion Lausitz und der persönliche Fachaustausch untereinander ebenso wie mit den Fachpersonen der Aussteller, interessieren und beschäftigen die Fachcommunity Pflege. Und auch der Kongressdreiklang bestehend aus Hauptkongress ,,Prävention‘‘, Teilkongress „Psychische Gesundheit“ und Teilkongress „Junge Pflege“ ist ein Erfolgsangebot. Auf diese Weise bringen wir die Themenspektren und die agierenden Fachpersonen zusammen, die das Versorgungssystem von Morgen gemeinsam und interprofessionell gestalten sollen und werden“, führt Pflegevorständin Andrea Stewig-Nitschke begeistert aus. 

Andrea Stewig-Nitschke war es auch, die schon gleich bei Kongresseröffnung betonte, dass ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die gelingende hochqualitative Versorgung von Pflege als Teil der medizinischen Versorgung die konsequent interprofessionelle und interdisziplinäre Ausrichtung aller beteiligten Gesundheitsprofessionen sein wird. Dies gehört auch zum Rahmenkonzept Prävention, das dem Kongress den roten Faden im Programm gab. Prävention in den unterschiedlichsten Ausprägungen und bedarfsadaptierte, funktionierende Versorgungsprozesse fördern die Entstehung und Erhaltung von Gesundheit, schonen wichtige Ressourcen bei den Bürgerinnen und Bürgern, den Gesundheitsfachpersonen aller Professionen und monetäre gleich mit. 

Nach der Eröffnung folgte ein Grußwort der Sozialdezernentin Eike Belle der Stadt Cottbus/Chóśebuz. Sie zeigte sich beeindruckt ob der hohen Besucherzahl, würdigte die bedeutsame Arbeit der Pflegepersonen und mahnte zur Geduld, denn Prävention brauche Zeit! Sie machte Mut, den beeindruckenden Weg weiterzugehen und warb dafür, so aktiv und professionell die Entwicklungen voranzutreiben – für die Versorgung der Menschen. 

Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Wissenschaftsvorständin an der MUL – CT, betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung einer starken akademischen Pflege. Die Verbindung von universitärer Medizin, Forschung, Lehre und professioneller Pflege eröffne große Chancen für die gesamte Modellregion Lausitz.

Wäre Prävention eine Konzeption, wäre es einfacher – sie ist aber eher ein weites, multidimensionales Feld, was die unterschiedlichen Programmpunkte zeigten. Es wurde deutlich, dass präventive Maßnahmen – gleich welcher Dimension – insgesamt und zusammen betrachtet, die vielleicht wichtigsten Stellschrauben für nachhaltige und hochwertige Gesundheit der Menschen in Stadt und Land sind. Komplex – aber umso interessanter - war die Keynote zum Einstieg in den Kongresstag von Medizinanwalt und Gesundheitssystemexperte Prof. Dr. Thomas Schlegel, dem die Besucher gespannt folgten. Er analysierte die aktuellen politischen Entwicklungen, die Einstellungen und durchaus fehlenden Aktivitäten, Prävention konsequent zu etablieren und zu implementieren. Beeindruckend wurde klar und verständlich demonstriert, welch unweigerlich folgenden Konsequenzen für die Gesundheitsversorgung von heute, morgen und übermorgen daraus entstehen. „Pflege muss strategisch als zentraler Hebel für Prävention, Kontinuität und Patientensicherheit verankert werden – sichtbar in Programmen, Strukturen und vor allem in der Finanzierung. Dafür braucht es eine konsequente Teamversorgung mit klaren Rollen- und Kompetenzprofilen sowie qualifizierten, rechtssicheren Delegations- und Substitutionspfaden. Gleichzeitig sollten wir Versorgung digital und konsequent outcome-orientiert steuern: Pflege kann hier Taktgeber für Datenerhebung, Monitoring und Koordination sein – pflegesensitive Outcomes gehören als harte Steuerungsgrößen ins Management. Und nicht zuletzt ist Mitarbeitendengesundheit selbst Prävention: bKV/ESG-orientierte Maßnahmen und regionale Präventionsmodelle senken Ausfälle, stabilisieren Beschäftigungsfähigkeit und richten Versorgung und Prävention konsequent am Bedarf aus“, so Schlegel. 

Es folgten Ausführungen zur präventiven Wirkung und modernster Gesundheitsförderung durch KI. Robert Hryryschyn vom Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Charité und Experte für Digital Public Health, stellte virtuelle Welten vor, die eine reale Wirkung entfachen. Innovation pur – Forschung, die begeistert. 

Beeindruckend waren auch fünf Bewerbungen mit innovativen Ansätzen für die Neuausrichtung der Gesundheitsversorgung, die im Rahmen des Lausitzer Pflegeinnovationsawards vorgestellt und gewürdigt wurden. Die Laudatio zur Verleihung hielt Tobias Dünow, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) des Landes Brandenburg und Aufsichtsratsvorsitzender der MUL – CT. Er beschrieb in deutlichen Worten die Bedeutung der Gesundheitsfachberufe für die Versorgung einer Region sowie in der Lehre und der Forschung. Interprofessionalität muss in allen Bereichen weiter ausgebaut und als Grundlage der Gesundheitsversorgung der Zukunft wirksam werden. Gemeinsam mit der Pflegevorständin Stewig-Nitschke überreichte er den Pflegeinnovationsaward an Hebamme Fanni Wuschik vom Städtischen Klinikum Dresden, die für die Konzeption und Umsetzung von systematisch implementierten Geburtsnachbesprechungen mit dem Award ausgezeichnet wurde. Die Jury war das breite Kongresspublikum direkt vor Ort. Fanni Wuschik implementierte am Städtischen Klinikum Dresden ein strukturiertes, multiprofessionelles Gesprächsangebot zur Stärkung der psychischen Patientinnensicherheit nach der Geburt und der damit verbundenen Maßnahmenableitung zu präventivem Vorgehen in der Versorgung durch Hebammen. 

In Cottbus gab es keine Verlierer. Auch die anderen wertvollen Projekte und hochwertigen Einreichungen wurden stolz gewürdigt. Platz 2 ging an Melinda Adam (pflegerische Koordinatorin des Konzeptes), Annett Huke, Anne Barthelmes, Johannes Köhler und Victoria Borchert für das Angebot: LoTTE, das in der Gerontochirurgie am Universitätsklinikum Leipzig entwickelt wurde. „Lebensqualität optimieren durch Teilhabe, Therapie und Empathie, so ihr Thema. Drittplatzierte wurde Kristin Schröder, Praxisanleiterin an der Medizinischen Universität Lausitz – Carl-Thiem und Pflegestudierende an der BTU, die den Einfluss des individuellen Stresserlebens auf die Gesundheit von Pflegestudierenden untersucht. Eine Analyse der Wechselwirkungen zwischen Stress und Wohlbefinden als Ansatzpunkt präventiver Gesundheitsförderung in der Pflegeausbildung.

Platz 4 ging an Christina Pavin, Gesundheitspädagogin und Fachschwester für Anästhesie und Intensivpflege des Unfallkrankenhauses Berlin (UKB): Sie befasste sich mit Integration durch Anerkennung: Die Perspektive von Pflegefachpersonen mit internationaler Berufsqualifikation auf das deutsche Anerkennungsverfahren - eine gesundheitspädagogische Analyse.

Hoch professionelle Bewerbungen aus Leipzig, Berlin, Dresden und Cottbus – auch an dieser Stelle beeindruckend und ein Zeichen der Reichweite, die inzwischen von der Lausitz, aus Cottbus, ausgeht. 

Andrea Stewig-Nitschke: „Pflegethemen einerseits herausgehoben darzustellen und zu diskutieren und andererseits immer systemisch, interprofessionell und integriert einzuordnen, ist herausfordernd und anspruchsvoll, aber alternativlos. Unerlässlich ist der konsequente inhaltliche und prozessuale Bezug zu allen anderen Professionen und Disziplinen, in Szenarien aller Versorgungssituationen, sowohl praxisnah als auch wissenschaftlich. Das klingt theoretischer als es ist, denn daraus wird die Qualität und Verlässlichkeit der Versorgung entstehen, die den Bürgerinnen und Bürgern zugesagt werden soll. Der Kongress hat das Themenspektrum in eindrucksvoller Weise gezeigt, die Blickwinkel geschärft, die Netzwerke wurden erweitert und ich habe große Motivation gespürt, mutig und engagiert auf diesem Weg gemeinsam weiterzugehen und voranzukommen“. 

Zum Abschluss sprach sie mit großem Respekt an die Profession die Einladung für 2027 aus – zum 6. Lausitzer Pflegekongress am 11. Mai in Cottbus – Sind Sie dabei! Save the date! 

Hinweis: Ergänzende Dokumente finden Sie hier: Pflege als Zukunftskonzept

bzw. den Link zum Diskussionspapier Pflegebudget und aktuelle News: https://nachrichten.idw-online.de/2026/05/08/fuenfter-lausitzer-pflegekongress-unter-dem-motto-praevention-gesundheit-aktiv-gestalten