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Zwei wertvolle Kooperationen, drei innovative Partner für die Lausitz

Zusammenarbeit für eine starke Gesundheitsregion
21.05.2026
ZQP 2 Presse
Foto (Elisabeth Engel / MUL – CT; v. l.): Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Wissenschaftsvorständin an der MUL – CT; PD Dr. med. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gesundheitswissen und des ZQP; Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL – CT; Pflegevorständin Andrea Stewig-Nitschke (MUL – CT) und Sebastian Scholl, Beauftragter der Modellregion Gesundheit Lausitz (MUL – CT), bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung.

Eine Partnerschaft, die längst schon begonnen hat, wurde jetzt offiziell besiegelt: Zwischen der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) und dem Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) sowie der MUL – CT und der Stiftung Gesundheitswissen (SGW) wurden die Rahmenverträge unterzeichnet.

Gemeinsame Projekte für mehr gezielte und bürgernahe Gesundheitsinformation, die insbesondere Informationen im Bereich Pflege benötigen, laufen. „Wertvolle, leicht verständliche und kostenlos zu erhaltende Informationsbroschüren zu unterschiedlichen Pflegethemen (z. B. Demenz, Inkontinenz, Ernährung) liegen bereits im Bibliotheks- und Gesundheitsmobil – einem umgebauten und umfunktionierten Krankenwagen – aus. Ein erstes gemeinsames Projekt mit der SGW auch in Zusammenarbeit mit der Stadt Cottbus. Bürgerinnen und Bürger können Bücher ausleihen und erhalten auch das Angebot kompetenter Gesundheitsberatung. Diese ersetzen zwar keinen Arztbesuch, aber wichtige Informationen helfen direkt weiter – ein toller Service vor Ort“, so Sebastian Scholl, Beauftragter für die Modellregion Gesundheit Lausitz der MUL – CT. Zudem werden die Materialien auch den Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen des Projektes „Community Health Nurse“ im Spremberger Ortsteil Schwarze Pumpe bereitgestellt. Ideen für gemeinsame Forschungsansätze für den Ausbau zukunftssicherer Versorgungsstrukturen und dazugehöriger Evaluationen mit der SGW sind in Planung.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit zwischen der MUL – CT und der SGW stehen gemeinsame Forschungs- und Transferprojekte zu Prävention, Patientensouveränität sowie die Digitalisierung evidenzbasierter Gesundheitsinformationen. Darüber hinaus sind gemeinsame Lehr- und Weiterbildungsangebote sowie Projekte zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses anvisiert. Erste Kooperationen mit Schulen gibt es schon, die perspektivisch ausgebaut werden.

„Wir haben den Konjunktiv längst verlassen – wir haben uns getroffen und sofort begonnen, gemeinsam loszulegen. Denn: Wir sind Partner, die sich dadurch auszeichnen, verändern zu wollen und die Partnerschaft trägt jetzt schon: fachlich, strategisch und auch menschlich – so kann man Dinge bewegen und Veränderung für die Menschen schaffen, die Unterstützung benötigen“, sagt PD Dr. med. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gesundheitswissen und des ZQP.

Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL – CT, betont die Bedeutsamkeit von Prävention: „Lange Zeit spielte Prävention im Gesundheitswesen eher eine Nebenrolle. Heute wissen wir: Wenn Menschen ein längeres und gesünderes Leben leben wollen, müssen wir Akteure gemeinsam Gesundheitskompetenz, Forschung und Prävention noch viel stärker und systematisch zusammendenken.“

Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Wissenschaftsvorständin an der MUL – CT, ergänzt: „Wir sehen heute die Paradoxie, dass einerseits viel zu Prävention geforscht und Angebote entwickelt werden. Gleichzeitig zeigen Studien, dass trotz zunehmenden Wissens gesundheitsbewusstes Verhalten insgesamt eher abnimmt. Umso wichtiger sind weitergehende, wissenschaftlich fundierte Strukturen und Bildungsangebote – von der Schule bis ins hohe Alter – und niedrigschwellige Angebote, generationenverbindend und wirksam im Verhalten tagtäglich.“

Gerade auch mit dem Zentrum für Qualität in der Pflege eröffnen sich neue Möglichkeiten, betont Pflegevorständin der MUL – CT Andrea Stewig-Nitschke: „Die Partnerschaft passt so gut und kommt auch zu diesem Zeitpunkt genau richtig. Das Portfolio des ZQP hilft Wissenschaft und Praxis in der Region direkter zu verbinden. Konkretes Wissen, Materialien und Instrumente zur Prävention von und bei Pflegebedürftigkeit, zum Aufbau von Pflegesicherheit, gezielte Gewaltprävention; Demenz und Inkontinenz sind nur einige Beispiele. Aus Schnittstellen werden Nahtstellen und Kompetenzen aktiver in der Region ausgebaut. Darüber hinaus wird sichtbarer, welche Themen auch für Fachpersonen weiterentwickelt werden können und müssen. Insbesondere vor dem Hintergrund der Neuausrichtung digitaler Technologien. Systematisch werden auch interprofessionelle Rollen in der Versorgung weiter ausdefiniert. Die Bündelung dieser hohen Expertise und Kooperationen werden Erkenntnisse generieren und die Wirksamkeit der Maßnahmen erhöhen. Perspektivisch sollen somit für die Bürgerinnen und Bürger und die An- und Zugehörigen pflegebedürftiger Personen bedarfs- und bedürfnisorientierte Themen in der Pflege erlebbarer und Wissen nachhaltig verankert werden.“

Gemeinsam setzen diese starken Partner MUL – CT, Stiftung Gesundheitswissen und das Zentrum für Qualität in der Pflege nicht nur ein wichtiges Zeichen. Sie zeigen, wie schnell man ins Tun kommen kann. Sie bauen genau diese Brücken und sind längst dabei, Angebote für die Bürgerinnen und Bürger erlebbar zu machen.