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Gesundheitsversorgung auch in Krisenzeiten sichern

MUL – CT startet gemeinsam mit Airbus und der BTU Forschungsprojekt zu Waldbränden und Gesundheitslogistik in der Lausitz
11.06.2026
MUL CT Airbus BTU Forschungsprojekt Waldbraende
Der Digitalisierungsvorstand der MUL – CT, Martin Peuker (2.v.l.), war bei der ILA zur Unterzeichnung der Zusammenarbeitsvereinbarung mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung Airbus Helicopters Deutschland, Stefan Thomé (2.v.r.), und weiteren Vertretern von Airbus mit dabei.

Wie kann die medizinische Versorgung auch dann sichergestellt werden, wenn Waldbrände Straßen unpassierbar machen, Menschen evakuiert werden müssen und Krankenhäuser vor zusätzlichen Herausforderungen stehen? Dieser Frage widmet sich ein neues Forschungsprojekt der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT), das gemeinsam mit Airbus Helicopters und der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg umgesetzt wird. Die entsprechende Vereinbarung wurde heute auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin unterzeichnet.

Ziel des Projekts ist es, innovative digitale Lösungen für die Gesundheitsversorgung in Extremsituationen zu entwickeln und die Widerstandsfähigkeit regionaler Versorgungsstrukturen nachhaltig zu stärken. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer digitalen Simulation, die die Auswirkungen großflächiger Waldbrände auf die Gesundheitslogistik und die Erreichbarkeit medizinischer Versorgungseinrichtungen in der Lausitz abbildet.

„Dieses neue Projekt greift dringende Fragen direkt auf, indem es untersucht, wie sich Waldbrände, Straßensperrungen und Evakuierungen auf den Notfallzugang zu vulnerablen Gruppen auswirken und wie kritische medizinische Güter in Krisenzeiten sicher und schnell zwischen Kliniken transportiert werden können“, sagte Martin Peuker, Digitalisierungsvorstand der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem. „Durch den Einsatz innovativer Technologien gehen wir einen entscheidenden Schritt zur Sicherung unserer Gesundheitsversorgung und zur Stärkung der langfristigen regionalen Resilienz.”

Die MUL – CT bringt dabei ihre Expertise aus Gesundheitsversorgung, Versorgungsforschung und Digitalisierung ein. Die Erkenntnisse fließen direkt in den Aufbau einer digitalen Plattform für die Modellregion Gesundheit Lausitz ein, die Gesundheits-, Mobilitäts- und Umweltdaten intelligent miteinander verknüpft, um die Versorgung der Bevölkerung künftig noch besser planen und steuern zu können.

„Als das am stärksten von Waldbränden betroffene deutsche Bundesland muss Brandenburg Extremszenarien betrachten, wie trotz blockierter Transportwege die Versorgungssicherheit der Krankenhäuser bei akut auftretenden Zuströmen von Patienten gewährleistet werden kann“, so Uwe Schüler, Staatssekretär im Brandenburger Ministerium des Innern und für Kommunales.

Die BTU Cottbus-Senftenberg wird Forschungsergebnisse ihres Center for Hybrid Electric Systems Cottbus in das Vorhaben einbringen. Dabei geht es insbesondere um die Entwicklung optimierter Flugrouten für unbemannte Luftfahrzeuge zur Waldbranderkennung und Lageverfolgung. Prof. Dr.-Ing. Michael Hübner, Vizepräsident für Forschung und Transfer der BTU Cottbus-Senftenberg, sieht in dem Projekt einen wichtigen Baustein für die strategische Weiterentwicklung der Universität und der Region: „Mit LifeSaver verbinden wir exzellente Forschung mit konkretem gesellschaftlichem Nutzen. Das Projekt ermöglicht es uns, unsere wissenschaftlichen Kompetenzen in den Bereichen digitale Zwillinge, intelligente Mobilitätssysteme, Luftfahrttechnologien und resiliente Infrastrukturen in einem hochrelevanten Zukunftsfeld zusammenzuführen. Gemeinsam mit unseren Partnern entwickeln wir Lösungen für Herausforderungen, die durch den Klimawandel zunehmend an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig stärkt das Vorhaben die Lausitz als Modellregion für digitale Gesundheitsversorgung und als Standort für anwendungsorientierte Spitzenforschung mit internationaler Strahlkraft.“

Airbus Helicopters ergänzt das Projekt mit seiner internationalen Erfahrung aus dem LifeSaver-Programm, das bereits erfolgreich zur Absicherung medizinischer Lieferketten in Katastrophenszenarien in Japan eingesetzt wurde. „Mit LifeSaver gehen wir über unsere traditionellen Hubschrauberplattformen hinaus. Dieses Projekt ermöglicht es uns, die gesamte Rettungskette auf Ökosystemebene zu betrachten, um die Auswirkungen von Waldbränden auf die Gesundheitslogistik zu untersuchen und abzumildern“, ergänzt Stefan Thomé, Geschäftsführer von Airbus Helicopters in Deutschland. „Die Lausitz bietet hierfür ein ideales Umfeld. Durch die Kombination der klinischen und wissenschaftlichen Expertise der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem mit der Spitzenforschung der BTU verfügen wir über das perfekte Ökosystem, um Innovationen zu liefern, die lebenswichtige Lieferketten schützen.“

 Hintergrund

Das neue Vorhaben baut auf der im Februar 2026 unterzeichneten Absichtserklärung für das Innovationsökosystem „LifeSaver Lausitz“ auf. Gemeinsam verfolgen die Partner das Ziel, digitale Technologien und neue Mobilitätslösungen für eine zukunftsfähige, resiliente Gesundheitsversorgung zu entwickeln und die Lausitz als Modellregion für innovative Gesundheitslösungen zu etablieren. Mit dem geplanten Projektstart im September 2026 setzt die MUL – CT einen weiteren wichtigen Impuls für die Verbindung von Spitzenmedizin, Digitalisierung und regionaler Transformation.