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Hightech-Diagnostik gegen High-Risk-Drogen

Weltdrogentag: MUL – CT beobachtet steigende Substanzvielfalt und Risiken
26.06.2026
Weltdrogentag 1
Prof. Dr. med. Karl H. Reuner, Chefarzt für Laboratoriumsmedizin (l.), und Dr. rer. nat. Stefan Neubeck, Leiter der Toxikologie und Forensik der Medizinischen Universität Lausitz – CT, äußern sich zum Weltdrogentag zur steigenden Substanzvielfalt.
Weltdrogentag 7
Die schnelle Entwicklung des Drogenmarktes erfordert eine kontinuierliche Anpassung der Analytik. Die MUL – CT verfügt über spezialisierte Verfahren, um auch neue oder seltene Substanzen nachzuweisen.
Weltdrogentag 10
Dr. rer. nat. Stefan Neubeck, Leiter der Toxikologie und Forensik der MUL – CT
Weltdrogentag 3
Prof. Dr. med. Karl H. Reuner, Chefarzt für Laboratoriumsmedizin

Cannabis, Amphetamine, Kokain oder neue Designer-Substanzen: Die toxikologische Diagnostik der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL–CT) besitzt durch Proben aus Klinik- und Polizeiumfeld einen guten Überblick über aktuelle Missbrauchssubstanzen. Dabei werden eine zunehmende Substanzvielfalt sowie mehr komplexe Mischintoxikationen beobachtet.

Anlässlich des Weltdrogentags am 26. Juni rücken die gesundheitlichen Folgen von Substanzkonsum in den Fokus. Auch im klinischen Alltag der MUL – CT zeigt sich die Entwicklung deutlich: In der Notfall- und Labordiagnostik werden regelmäßig schwere Intoxikationen mit komplexen Substanzkombinationen festgestellt. „Wir sehen in der toxikologischen Notfalldiagnostik wiederholt Patientinnen und Patienten mit sehr hohen Blutalkoholkonzentrationen – in Einzelfällen bis zu vier Promille. Häufig liegt zusätzlich ein Mischkonsum von bis zu fünf verschiedenen Substanzen vor“, berichtet Prof. Dr. med. Karl H. Reuner, Chefarzt für Laboratoriumsmedizin.

Besonders gefährlich ist Mischkonsum – die Kombination verschiedener Substanzen – da sich Wirkungen gegenseitig verstärken oder schwer vorhersehbar überlagern können. Die Folgen reichen von Bewusstseinsstörungen und starker Sedierung bis hin zu Atemdepressionen und lebensbedrohlichen Zuständen. „Es geht dabei nicht um die Bewertung des individuellen Konsums, sondern um die präzise Einordnung der Befunde, damit im Notfall schnell und gezielt geholfen werden kann“, betont Reuner.

Und schnell geht es allemal- zur Versorgung akut intoxikierter Personen muss die Analytik möglichst schnell durchgeführt werden. Die umfangreiche Datenbasis der MUL – CT zeigt aktuelle Entwicklungen im Drogenkonsum: Neben Cannabis als häufigstes Rauschmittel spielen weiterhin Amphetamine und zunehmend Kokain eine zentrale Rolle, zugleich nehmen Benzodiazepine, Opioide sowie Partydrogen wie GHB/GBL und Lachgas zu. „Neben klassischen Cannabis-Produkten treten zunehmend hochkonzentrierte Cannabisvarianten mit bis zu 90 Prozent THC sowie synthetische Cannabinoide auf, die deutlich gefährlicher sein können. Besonders kritisch sind neue synthetische Substanzklassen wie Nitazene, die extrem potent, teilweise falsch gekennzeichnet und so für den Konsumenten schwer vorhersehbar in ihrer Wirkung sind, erklärt Dr. rer. nat. Stefan Neubeck, Leiter der Toxikologie und Forensik der MUL – CT.

Die schnelle Entwicklung des Drogenmarktes erfordert eine kontinuierliche Anpassung der Analytik. Die MUL – CT verfügt über spezialisierte Verfahren, um auch neue oder seltene Substanzen nachzuweisen. „Die toxikologische Diagnostik ist hochspezialisiert und muss laufend weiterentwickelt werden, um mit den Veränderungen des Marktes Schritt zu halten“, so Neubeck. Für die Lausitz sehen die Experten daher Potenzial in einer stärkeren Verbindung von Gesundheitsversorgung, Prävention und Aufklärung – etwa durch Konzepte wie Drug-Checking mit anschließender Risikoaufklärung.