46 Jahre für die Medizin: Dr. Cornelia Schmidt verabschiedet sich








Nach fast 46 Dienstjahren am ehemaligen Bezirkskrankenhaus Cottbus, später dem Carl-Thiem-Klinikum (CTK) und zuletzt an der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT), verabschiedet sich Dr. Cornelia Schmidt in den (Un-) Ruhestand. Die Ärztliche Direktorin wurde in einem feierlichen Rahmen am Uniklinikum gewürdigt und offiziell verabschiedet. Die Leitung übernimmt PD Dr. med. Matthias L. Zuchowski, der bereits ein halbes Jahr im Tandem mit Frau Dr. Schmidt seinen Einstieg in die Position gefunden hat.
Ihre medizinische Laufbahn begann Dr. Cornelia Schmidt im Jahr 1980 als Assistenzärztin. Schritt für Schritt qualifizierte sie sich fachlich weiter und übernahm schließlich im Juni 2011 die Leitung der Klinik für Orthopädie als Chefärztin. Unter ihrer Führung entwickelte sich die Klinik kontinuierlich. Externe Zertifizierungen und Rezertifizierungen – unter anderem als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung – unterstreichen die hohe Qualität der orthopädischen Versorgung in der Region.
„Ich bin stolz darauf, dass ich mich als Frau in einer Männerdomäne behaupten konnte. Die operative Orthopädie war körperlich anspruchsvoll. Das ist echtes Handwerk, hat mir einiges abverlangt, aber immer auch am meisten Spaß gemacht“, sagt Dr. Cornelia Schmidt.
Bereits über mehrere Jahre unterstützte sie als stellvertretende Ärztliche Direktorin die Krankenhausleitung und sammelte umfassende Erfahrungen in der administrativen Führung eines Klinikums. Den Schritt in die Managementebene beschreibt sie als mutige Entscheidung – angestoßen durch den damaligen Geschäftsführer Dr. Götz Brodermann, der sie ermutigte, sich auf die Position der Ärztlichen Direktorin zu bewerben. Mit Erfolg. „Ich fand es spannend, diesen Transformationsprozess hin zur Universitätsmedizin aktiv mitzugestalten“, resümiert sie heute.
Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL – CT, würdigt ihr langjähriges Engagement: „Frau Dr. Schmidt hat unser Klinikum über Jahrzehnte mit Kompetenz, Haltung und Menschlichkeit geprägt. Sie hat sich nicht nur mit großem Einsatz für die Entwicklung der Klinik für Orthopädie engagiert, sondern darüber hinaus für Frauen in Führung, in der Selbstverwaltung und im Personalrat. Ein außergewöhnliches Spektrum, und stets hatte sie den Patienten im Fokus und das gesamte Haus im Blick. Wir sind dankbar, dass Sie zu den tragenden Säulen dieser noch jungen Universitätsmedizin gehören.“
Pflegevorständin Andrea Stewig-Nitschke: „Die besondere Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, Konflikte zu klären und immer wieder auf das Ziel neu auszurichten, ist beeindruckend. Alle Berufsgruppen, ob Ärzte, Pflege, Therapeuten, Servicemitarbeitende, Verwaltung oder Auszubildende haben Sie im Blick. Mit Ihrem Wissen haben Sie Generationen von Mitarbeitenden geprägt. Sie haben sich Zeit genommen für die Einarbeitung, haben Fragen zugelassen und Menschen ermutigt, ihren eigenen Weg zu finden. Dabei haben Sie nie nur das Offensichtliche vermittelt, sondern immer auch Haltung, Verantwortungsbewusstsein und den Mut, persönliche Grenzen auszuloten.“
Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Gründungsvorständin Wissenschaft: „Auf Ihr Leben blicken, liebe Frau Schmidt, kann ich nur, weil unsere Biographien keine Naturzustände sind, sondern sich in der Differenz zum öffentlichen Leben bestimmen. Wenn ein Mensch wie Sie mehr als vier Jahrzehnte an einem Krankenhaus gewirkt hat, dann verlässt er nicht einfach seinen Arbeitsplatz. Sie verlassen einen Ort, den Sie geprägt haben. Einen Ort, dessen Geschichte auch Ihre Geschichte geworden ist.“
In ihrer fast fünf Jahrzehnte währenden Tätigkeit erlebte Dr. Cornelia Schmidt zwei politische Systeme, zwei Gesundheitssysteme, zahlreiche Chefärzte, vier Geschäftsführer und schließlich den Vorstand der Universitätsmedizin. Eines aber sei in all den Jahren unverändert geblieben: ihre Zuwendung zu den Menschen.
Ganz von 100 auf null wird sie jedoch nicht herunterfahren. Ruhestand bedeutet für sie vielmehr „Unruhestand“. Einige Stunden pro Woche wird sie weiterhin im MVZ in Vetschau in der orthopädischen Sprechstunde tätig sein. „Mit dem Ende meiner Tätigkeit an der Universitätsmedizin geht es mir gut“, sagt sie. Vermissen werde sie vor allem das kollegiale Miteinander, die gegenseitige Wertschätzung und die vielen Menschen, denen sie in ihrer Laufbahn begegnet sei. Mit Blick auf ihre 46 Dienstjahre verabschiedet sie sich mit den Worten: „Es war mir eine Ehre!“
Eine besondere Ehre steht ihr noch bevor: Am 3. Juli trägt sich die Cottbuserin Dr. Cornelia Schmidt in das Goldene Buch „ihrer“ Stadt Cottbus ein. Mit ihrem außergewöhnlichen beruflichen Wirken, ihrer Verlässlichkeit und ihrer tiefen Verbundenheit mit der Stadt hat sie das Gesundheitswesen in Cottbus über Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt.
