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Petö-Therapiewochen im Sozialpädiatrischen Zentrum

Kleine Passagiere heben zu großen Fortschritten ab
09.07.2026
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„Liebe Passagiere, schnallen Sie sich an, damit unser Flugzeug starten kann!“ – Mit diesen fröhlichen Worten begann im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) eine ganz besondere Reise. Sechs Kinder mit cerebralen Bewegungsstörungen oder genetischen Besonderheiten machten sich auf den Weg zur „Petö-Insel“ – einem fantasievollen Ort, an dem sie zwei Wochen lang spielerisch ihre Selbstständigkeit im Alltag trainierten.

Seit 2011 sind die Petö-Therapiewochen fester Bestandteil des Therapieangebots im SPZ unter der Leitung von Klinikdirektor Prof. Dr. Georg Schwabe. Im Mittelpunkt steht die konduktive Förderung nach dem ungarischen Neurologen András Pető. Das ganzheitliche Therapiekonzept verbindet Bewegung, Sprache, Wahrnehmung und Lernen und unterstützt Kinder mit neurologischen Bewegungsstörungen dabei, motorische Fähigkeiten und Selbstständigkeit nachhaltig zu entwickeln. Gemeinsam mit dem Förderverein Kinderlachen e. V. erhielten auch in diesem Jahr sechs Kinder die Möglichkeit, an der intensiven Förderung teilzunehmen. Unterstützt wurden sie von Praktikanten und einem Auszubildenden der Fachrichtung Physiotherapie des Medizinischen Schulzentrums der MUL – CT.

Unter dem Motto „Wir fliegen auf die Petö-Insel“ verwandelte sich der Therapieraum in einen Flughafen mit Check-in, Sicherheitskontrolle und Flugzeug. Gemeinsam mit der ungarischen Konduktorin Judit Baranyi, die am renommierten Pető-Institut in Budapest ausgebildet wurde, übernahmen die Kinder die Rollen von Pilotinnen und Piloten, Flugbegleitern sowie Passagieren. Sie packten Koffer, kontrollierten Bordkarten, erklärten Sicherheitsregeln oder servierten Getränke und selbst gebackene Kekse, die sie später verkauften. Der Erlös fließt in die weitere Gestaltung der Petö-Therapiewochen.

„Mit einfachen Mitteln schaffen wir eine Lernumgebung, die Spaß macht und gleichzeitig motorische, sprachliche und soziale Fähigkeiten stärkt“, erklärt Physiotherapeutin Irina Kabelitz. Ihre Kollegin Kathrin Hornung ergänzt: „Die Kinder wachsen in den zwei Wochen über sich hinaus. Das Reisethema motiviert sie so sehr, dass sie die Übungen nicht als Anstrengung, sondern als Abenteuer erleben.“

Auch in diesem Jahr bestätigte sich die Wirksamkeit des Therapiekonzepts. „Die Fortschritte der Kinder sind beeindruckend. Wir beobachten nach den zwei intensiven Wochen eine bessere Gleichgewichtssicherheit, eine verbesserte Koordination und vor allem ein deutlich gestärktes Selbstbewusstsein“, sagt Irina Kabelitz. Viele der erlernten Bewegungsabläufe würden so verinnerlicht, dass sie den Kindern im Alltag zunehmend selbstverständlich gelingen.

Finanziert werden die Therapiewochen durch einen Elterneigenanteil sowie die Unterstützung des Fördervereins Kinderlachen e. V. und zahlreicher Sponsoren. „Ohne dieses Engagement wäre ein so intensives und aufwendiges Projekt nicht möglich“, betont Gabriela Arndt, Sozialarbeiterin am SPZ und Vorsitzende des Fördervereins Kinderlachen e. V. Damit das Angebot auch künftig stattfinden kann, ist der Förderverein weiterhin auf Spenden und Sponsoren angewiesen.