116 117
112
0355 46-0
0355 46-2959
0355 46-2233
0355 46-3000

Erste Medizinstudis an der Medizinischen Universität Lausitz

36 Studierende beginnen im Oktober ihr Medizinstudium an der MUL – CT
28.09.2026
LPK
Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL – CT, und Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Gründungsvorständin Wissenschaft an der MUL – CT, auf dem Podium der LPK in Potsdam.

Cottbus. Zwei Jahre nach ihrer Gründung wird die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) nun auch zum Studienort: Am 12. Oktober beginnen die ersten 36 Studierenden in Cottbus offiziell ihr Studium der Humanmedizin. Damit startet an der MUL – CT der universitäre Lehrbetrieb. Die Immatrikulation des ersten Jahrgangs wird am Sonntag, den 11. Oktober 2026, mit einem Festakt im Staatstheater Cottbus gefeiert. Es schließen sich zwei „Ersties-Wochen“ an.

„Mit den 36 Studierenden kommen wir an im „echten“ Universitätsalltag, denn ohne Studierende keine Universität – und das nach nur zwei Jahren! 36 klingt nach wenig? Nein – es ist perfekt für den Start – sowohl für die Studierenden als auch für die Lehrenden und für die Klinik insgesamt. Zudem werden nun in jedem weiteren Semester die nächsten dazukommen, sodass 2040 dann im Endausbau 1200 Studienplätze der Humanmedizin besetzt sein werden“, freut sich Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Gründungsvorständin Wissenschaft der MUL – CT. „Sie werden hier vieles zum ersten Mal erleben – und wir als Universität auch. Ich glaube, genau das macht diesen Jahrgang so besonders. Die Studierenden kommen nicht an eine Universität mit langer Tradition, bei der alles seit Jahren routiniert abläuft. Sie erleben, wie eine Universität entsteht. Und sie können daran mitwirken.“

Der Modellstudiengang Humanmedizin ist auf die Anforderungen einer modernen und sich verändernden Gesundheitsversorgung ausgerichtet. Wissenschaft, Forschung, Lehre und Versorgungspraxis – von Medizin über Therapie bis Pflege – werden an der MUL – CT von Beginn an eng systematisch und interprofessionell miteinander vernetzt. Die Studierenden lernen damit in einem Umfeld, in dem nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern zugleich an neuen Lösungen für die bedarfsorientierte und praktische Gesundheitsversorgung der Menschen in der Region gearbeitet wird.

„Unser Anspruch ist, die Studierenden für eine Medizin zu begeistern, die von Anfang an praxisorientiert ist und den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Wir schaffen mit der Etablierung eines Modellstudienganges neue Formen des Lernens. Die klassische zeitliche Trennung zwischen medizinisch-theoretischen Grundlagenfächern in den ersten Semestern und klinisch-praktischen Fächern in den höheren Semestern wird aufgebrochen. Wir möchten unseren Studierenden von der ersten Woche ihres Studiums an eine Ausbildung bieten, in der Theorie und Praxis zusammen gelehrt werden und sich ergänzen. Auf dieser Grundlage sollen sich Studierenden komplexe Krankheitsbilder eigenständig herleiten und Zusammenhänge besser verstehen. Dass wir diesen Studiengang jetzt mit dem ersten Jahrgang tatsächlich beginnen, ist auch für uns Lehrende ein besonderer Moment“, sagt Prof. Dr. med. Michael Herzog, Studiendekan und Chefarzt der Klinik für HNO-Krankheiten, Kopf- und Halschirurgie an der MUL – CT. „Wir wollen die Studierenden nicht nur auf Prüfungen vorbereiten, sondern sie dabei unterstützen, verantwortungsvolle Ärztinnen und Ärzten zu werden, die die Veränderungen in der Medizin aktiv mitgestalten – denn auf sie kommt es in Zukunft an.“

Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL – CT: „Vor nur zwei Jahren wurde die MUL – CT gegründet. Damals sprach der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke vom „Herz der Modellregion“ und von einem „Leuchtturm des Lausitzer Strukturwandels“. Und ja - ohne Herz kein Leben, ohne den Leuchtturm keine Orientierung auf hoher See. Die Bilder stimmen noch immer. Wir schauen heute, nach nur zwei Jahren, staunend auf unsere Medizinische Universität Lausitz. Sie nimmt so schnell Gestalt an – nicht alle haben es für möglich gehalten und uns zugetraut, dass wir den Studienstart im Oktober 2026 ausrufen können. Aber es ist geglückt! Die ersten Professorinnen und Professoren sind berufen und alle Erfordernisse für den Studienstart erarbeitet worden.“

Prof. Nagel spricht allen, die diese Herausforderung angenommen haben, seinen Dank aus. Es sei kein Selbstverständnis, dass es nach Plan gelungen ist, die ersten Studierenden im Wintersemester 2026/2027 beginnen können. Und er führt weiter aus:

„Diese Universität in allen Belangen und Dimensionen etwas Besonderes. Nicht nur, weil sie die erste staatliche Medizinische Universität Brandenburgs ist. Nicht nur, weil an ihr nun die Studierenden in einen innovativen Modellstudiengang starten, den es in dieser Form noch nirgends gibt. Nicht nur, weil wir die innovativen Forschungsschwerpunkte „Digitalisierung des Gesundheitswesens“ und „Gesundheitssystemforschung“ gesetzt haben. Und nicht nur, weil wir eine Modellregion Gesundheit Lausitz haben, in der wir das Gesundheitssystem verstehen lernen, analysieren und an den Bedürfnissen und Bedarfen der Bürgerinnen und Bürgern evidenzbasiert neu ausrichten können und von Beginn an damit gestartet haben, neue Versorgungsangebote zu schaffen. Sondern, weil wir all die Ziele aufstellen und all die Dimensionen in ein System zusammenführen und in Beziehung bringen und vor allen Dingen die Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt stellen. Es geht ums Leben! Es geht um die Gesundheit! Es geht um eine Zukunft, in der die verlässliche Versorgung, innovative Forschung, moderne Strukturen und alle Beteiligten – von Akteur bis Bürger – und das soll in der Zukunft durch mehr gesunde Perspektiven und mehr gesunde Lebensjahre bekommen. Als Medizinische Universität Lausitz, in der nun auch die Ärzte und Ärztinnen von morgen ausgebildet werden – die gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen wachsen, lernen und auch forschen –, sind wir Partnerin der Menschen – und natürlich auf besondere Weise nun auch unserer Studierenden.“

Mit dem Studienstart verändert sich auch der Alltag an der MUL – CT. Neben Patientinnen und Patienten sowie den Beschäftigten werden künftig Studierende das Bild des Campus und in den Kliniken prägen. Die Immatrikulationsfeier am 11. Oktober im Staatstheater Cottbus soll diesen besonderen Moment sichtbar machen. Neben der offiziellen Aufnahme der ersten Studierenden in die Universität steht dabei auch die Bedeutung des Studienstarts für die Region im Mittelpunkt.

 „Wir werden als MUL – CT jungen Menschen ein akademisches Zuhause bieten. Wir sind noch im Aufbau – am Beginn ist noch nichts fertig. Aber sehr viel ist schon da – vor allen Dingen die Menschen, die weiter alle am Aufbau arbeiten. Die MUL wird über die Jahre reifen, weiter enorm wachsen und auch der neue Campus wird gebaut werden. Wir werden die Studierenden für die Wissenschaft, Forschung und die Praxis der Medizin – für die interprofessionelle Versorgung von und mit Menschen begeistern und ihnen eine berufliche Perspektive in der Lausitz eröffnen. Die jungen Medizinier werden sich später in ein paar Jahren frei für ihre weitere Wirkungsstätte entscheiden können. Aber wir werden alles uns Mögliche tun und setzen viel Hoffnung darein, dass die guten Erfahrungen im Studium, das Eingebunden-Werden in die Praxis- und Wissenschaftsnetzwerke, das Leben in Cottbus und die lebens- und liebenswerte Lausitz insgesamt hoffentlich viele Argumente für ihr Bleiben liefern wird.“

 Hintergrund zum Studiengang

Der Modellstudiengang Humanmedizin an der MUL - CT basiert auf modernen curricularen Planungsprinzipien und setzt mit innovativen Lehr- und Lernformaten neue Akzente in der medizinischen Ausbildung. Dabei werden grundlagenmedizinische, klinisch-theoretische und klinische Inhalte durchgängig integriert gelehrt. Ärztliches Wissen und Handeln eignen sich die neuen Studierenden durch exemplarisches Lernen anhand von Beispiel- und Fokuserkrankungen an und erhalten frühzeitig Einblicke in die medizinische Praxis und den Umgang mit Patientinnen und Patienten.