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Zukunft kuMULativ 2026: Von der Vision zur Veränderung

Zwei Tage im Zeichen von Versorgung, Innovation und konkreter Umsetzung
05.10.2026
Zukunft KuMULativ 2026 Donnerstag 34
Zukunft KuMULativ Freitag 17
Zukunft KuMULativ Freitag 15
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Zukunft KuMULativ Freitag 6
Zukunft KuMULativ 2026 Donnerstag 27
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Zwei Tage, zahlreiche Perspektiven und zwei zentrale Fragen: Wie sieht die Gesundheitsversorgung von morgen aus – und vor allem: Wie kommen wir von guten Ideen ins konkrete Tun? Beim Symposium „Zukunft kuMULativ“ der MUL – CT standen am 1. und 2. Oktober 2026 nicht mehr nur Ideen im Mittelpunkt – es ging um konkrete Schritte. Von neuen Versorgungsstrukturen und der Modellregion Gesundheit Lausitz bis hin zu Forschung, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz.

„Aus der Vision folgt die Umsetzung.“ Mit diesem Gedanken eröffnete Prof. Dr. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender und gleichzeitig Vorsitzender des Innovations- und Netzwerkrats der Modellregion Gesundheit Lausitz, die Veranstaltung. Die Erwartungen an die neue Universitätsmedizin und die Modellregion seien hoch: Die Menschen in der Lausitz erwarteten Lösungen, die für ihr Leben funktionieren. 

Genau hier setzt „Zukunft kuMULativ“ an. Nach dem erfolgreichen Auftakt im letzten Jahr rückte die zweite Auflage nun die Frage in den Mittelpunkt, wie Veränderung tatsächlich gelingen kann – und welche Rahmenbedingungen, Partnerschaften und neuen Formen der Zusammenarbeit dafür notwendig sind.

Veränderung gelingt nur gemeinsam 

Dass Veränderung in der Lausitz längst begonnen hat, wurde bereits zum Auftakt im letzten Jahr deutlich. Cottbus entwickelt sich, die Universitätsmedizin wächst und im Oktober starteten rund 100 neue Mitarbeitende an der MUL – CT. Gleichzeitig sind die Erwartungen hoch. Die zweite Auflage rückte nun die Frage in den Mittelpunkt, wie Veränderung tatsächlich gelingen kann – und welche Rahmenbedingungen, Partnerschaften und neuen Formen der Zusammenarbeit dafür notwendig sind.
Doreen Mohaupt, Bürgermeisterin und Dezernentin für Stadtentwicklung der Stadt Cottbus, verwies auf die Dimension des Großprojekts Universitätsmedizin. Bis neue Gebäude entstehen und Veränderungen sichtbar werden, brauche es Zeit. Das bedeute aber nicht, dass die Region untätig sei: Bei der Sicherung der ambulanten Versorgung laufen bereits konkrete Aktivitäten – unter anderem mit einer Übergangslösung für allgemeinmedizinische Praxen und der Markterkundung für ein Primärversorgungszentrum.
Auch die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg steht bereit. Catrin Steiniger, Vorstandsvorsitzende der KV Brandenburg, betonte: Die ersten 36 Studierenden der MUL – CT werden bereits in der Region erwartet – und sie werden dringend gebraucht. Gleichzeitig müsse die Zusammenarbeit zwischen Universität, Klinikum und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten von Anfang an funktionieren.

„Zukunft entscheidet sich nicht allein im Hörsaal“, sagte Steiniger. Das gilt auch für die großen Reformen im Gesundheitswesen. Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke beschrieb die aktuelle Situation als herausfordernd – aber voller Möglichkeiten. Krankenhausreform, Primärversorgung, Patientensteuerung und neue Vergütungsmodelle verändern gewohnte Strukturen. Die entscheidende Frage sei, wie diese Veränderungen für die jeweilige Region sinnvoll genutzt werden können.
Oder, wie es Wilke formulierte: Nicht eine Schablone über das ganze Land legen, sondern Lösungen entwickeln, die vor Ort funktionieren.

Vom Gesundheitsdialog zur neuen Versorgung

Wie Veränderung vor Ort gelingen kann, zeigte der Themenschwerpunkt zur Modellregion Gesundheit Lausitz. Die bisherigen Gesundheitsdialoge liefern dafür wichtige Erkenntnisse: Die Menschen in der Region müssen nicht nur informiert, sondern aktiv einbezogen werden.

Jetzt geht es darum, daraus konkrete Angebote zu entwickeln. Ein Beispiel sind Primärversorgungszentren (PVZ). Sie können vorhandene Strukturen vernetzen, Versorgung neu organisieren und den Zugang zur medizinischen Versorgung erleichtern.
Gleichzeitig soll die Modellregion zum Ort werden, an dem neue Lösungen wissenschaftlich begleitet und unter realen Bedingungen erprobt werden. Versorgungsforschung, Digitalisierung und Gesundheitssystemforschung greifen dabei ineinander. Die Idee: ausprobieren, messen, lernen – und erfolgreiche Lösungen weitertragen.

KI muss Versorgung besser machen

Am zweiten Tag ging es um eine der großen Zukunftsfragen des Gesundheitswesens: Wie kann Künstliche Intelligenz Versorgung besser machen? Prof. Dr. Jochen Klucken von der Universität Luxemburg machte deutlich: Die Entwicklung schreitet so schnell voran, dass niemand genau sagen kann, was morgen möglich sein wird. Umso wichtiger sei es, die Entwicklung jetzt aktiv zu gestalten.

KI kann schon heute bei Diagnostik, Prognose, Dokumentation, Patientensteuerung und Prävention unterstützen. Entscheidend ist dabei nicht die Technologie selbst, sondern ihr konkreter Nutzen für Patientinnen und Patienten und für die Beschäftigten im Gesundheitswesen. Dafür braucht es strukturierte und interoperable Daten, sichere Infrastrukturen und vor allem die Möglichkeit, neue Anwendungen unter realen Bedingungen zu erproben.

Wie wichtig dieser Blick auf die eigene Versorgung ist, machte auch Mary Osborne, KI- und NLP-Expertin, Senior Product Managerin bei SAS und Lecturing Fellow für Computational Linguistics an der Duke University, deutlich. Ihre Botschaft: KI-Tools, die in einem anderen Land, einem anderen Gesundheitssystem funktionieren, können nicht automatisch auf die Lausitz adaptiert werden. Erst wenn es mit den eigenen Daten und unter den eigenen Bedingungen getestet wurde, weiß man, ob man ihm tatsächlich vertrauen kann.

Auch für die Modellregion Gesundheit Lausitz stellt sich deshalb nicht die Frage, was KI alles kann – entscheidend ist, wo sie nachweislich Versorgung verbessert. Denkbar sind Anwendungen entlang der gesamten Versorgungskette – von der Primärversorgung über die Patientensteuerung bis hin zu Prävention und digitaler Unterstützung. Gemeinsam mit Partnern sollen Lösungen dort eingesetzt werden, wo sie Patientinnen und Patienten und Beschäftigte tatsächlich entlasten und die Versorgung verbessern.

„Zukunft kuMULativ“ hat damit einen klaren roten Faden sichtbar gemacht: Die Lausitz soll neue Technologien nicht einfach übernehmen, sondern gemeinsam erproben, was die Versorgung wirklich besser macht.