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Erste Medizinstudierende an der MUL – CT immatrikuliert

Historischer Studienstart: 38 junge Menschen wurden heute im Staatstheater Cottbus als erste Studierende der neuen Universitätsmedizin feierlich immatrikuliert.
11.10.2026
Immatrikulationsfeier 1 Foto Thomas Goethe
Das sind die ersten Medizinstudierenden an der MUL - CT.
Immatrikulationsfeier 2 Foto Thomas Goethe
Der Festakt wurde am 11.10.26 im Cottbuser Staatstheater gefeiert.
Immatrikulationsfeier 3 Foto Thomas Goethe
Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel und Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey begrüßen Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle (l.).
Immatrikulationsfeier 4 Foto Thomas Goethe
Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke (Mitte) durfte nicht fehlen.
Immatrikulationsfeier 5 Foto Thomas Goethe
Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel während der Begrüßung.
Immatrikulationsfeier 6 Foto Thomas Goethe
Die Festrede hielt Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Gründungsvorständin Wissenschaft an der MUL - CT.
Immatrikulationsfeier 7 Foto Thomas Goethe
Voller Saal zum Festakt im Cottbuser Staatstheater.
Immatrikulationsfeier 8 Foto Thomas Goethe
Die ersten Studierenden kamen im Beisein ihrer Familien.
Immatrikulationsfeier 9 Foto Thomas Goethe
Die erste Kohorte startet ab dem 12. Oktober in den regulären Studienbetrieb.

Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke begrüßte die 38 Studierenden sehr herzlich und betonte: „Sie erleben heute einen echten historischen Moment! Sie sind unser allererster Jahrgang von künftigen Medizinerinnen und Medizinern ‚Made in Cottbus‘! Darauf dürfen Sie stolz sein, und darauf sind wir als Land stolz. Die Lausitz erlebt einen atemberaubenden Wandel: von der Kohle zur modernen Energie- und Innovationsregion. Unser größtes Strukturwandelprojekt ist die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem. In ‚Lausitz-Geschwindigkeit‘ und dennoch mit Sorgfalt und unverwechselbarem Profil aufgebaut. Mit der Gesundheitssystemforschung und der Digitalisierung des Gesundheitswesens setzt die MUL – CT bundesweit einzigartige Schwerpunkte. Ich bin sicher, Sie werden hier bestens ausgebildet – Brandenburg und insbesondere die Lausitz brauchen Sie!“

Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle: „Carl Thiem – übrigens gestern vor 176 Jahren geboren – hat sich um Menschen gekümmert, die in der Medizin damals keiner im Blick hatte: um Arbeiter, die in den Fabriken und Gruben dieser Region verunglückten. Vorher waren das Unglücksfälle. Der Chirurg Carl Thiem hat daraus ein Fachgebiet gemacht und das System mitgebaut, das für die Behandlung zahlt. Eine Region im industriellen Umbruch und ein Arzt, der eine Medizin erfindet, die es vorher nicht gab – das war vor rund 130 Jahren, wenige Kilometer von hier. Jetzt ist diese Region wieder im Umbruch. Und wieder brauchen wir ein neues System für die Menschen: für ältere, mit langen Wegen, in dünn besiedelten Landkreisen. Diesmal sind es diese 38 Studierenden, die eine Medizin dafür mitentwickeln werden. Ich freu mich drauf."

Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke: „Mit dem Studienbeginn an der MUL – CT schlagen wir im Bereich der Gesundheitsversorgung ein neues Kapitel für unser Land auf. Erstmalig bilden wir auch an einer staatlichen Medizinfakultät den ärztlichen Nachwuchs aus, den wir nicht zuletzt in ländlichen Regionen so dringend benötigen. Mit den Schwerpunkten Digitalisierung und Gesundheitssystemforschung verfolgt der neue Modellstudiengang zudem einen innovativen Ansatz, der den Herausforderungen eines modernen Gesundheitswesens Rechnung trägt. Im Zusammenspiel von Forschung, modernen Behandlungsmethoden und engen Kooperationen mit Krankenhäusern und Praxen leistet die MUL – CT einen bedeutenden Beitrag zu einer hochwertigen und zukunftsfesten medizinischen Versorgung in der Region. Ich wünsche allen Studierenden viel Erfolg!“

Ein Medizinstudienplatz gehört in Deutschland weiterhin zu den begehrtesten Studienplätzen. Für das Wintersemester 2026/27 standen bundesweit 10.683 Studienplätze an 40 staatlichen Universitäten mit 43 Standorten sowie an neun privaten Hochschulen zur Verfügung.

Der erste Jahrgang der MUL – CT setzt sich aus Studierenden aus nahezu dem gesamten Bundesgebiet zusammen.


Von den 38 Studierenden sind 26 Frauen und 12 Männer. Sie kommen aus:

  • Brandenburg: 11
  • Berlin: 7
  • Nordrhein-Westfalen: 7
  • Sachsen: 4
  • Niedersachsen: 4
  • Bayern: 2
  • Baden-Württemberg: 1
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1
  • Rheinland-Pfalz: 1


34 Studierende besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit, vier von ihnen haben einen internationalen Hintergrund. Das Durchschnittsalter des ersten Jahrgangs liegt bei 24,4 Jahren.

Auch auf Seiten der Lehre wurden die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Studienstart geschaffen. Bereits mehr als 20 neu berufene Professorinnen und Professoren haben ihre Arbeit an der MUL – CT aufgenommen und freuen sich darauf, die erste Generation von Medizinstudierenden zu begleiten.

Die Rahmenbedingungen sind dabei außergewöhnlich: Die kleine Gruppe ermöglicht eine intensive und persönliche Betreuung. Lehrende und Studierende gestalten gemeinsam den Aufbau einer neuen Universitätsmedizin und profitieren von kurzen Wegen sowie einem engen Austausch. Eine weitere Besonderheit des Studiengangs ist das Mentoringprogramm: Jede Studentin und jeder Student erhält bereits zu Beginn des Studiums eine Patin oder einen Paten aus der Ärzteschaft. Dadurch wird der Einstieg in den medizinischen Alltag von Anfang an begleitet und das berufliche Netzwerk kann von Beginn an wachsen.

Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL – CT: „Dass die Studierenden nun ihr Studium aufnehmen können, ist ein großer Erfolg und bedeutsam für die Region. In der Lausitz entsteht ein neues, modernes, vernetztes und konsequent digitalisiertes Gesundheitswesen. Es entsteht die Versorgung der Zukunft, in der mehr gesunde Lebensjahre möglich werden sollen. Das wird Realität, weil wir hier Praxis mit Wissenschaft, Forschung und Lehre verbinden. Aus einem Klinikum und einer Universität im Aufbau wird eine Medizinische Universität, an der junge Menschen lernen, fragen, forschen, diskutieren und – davon bin ich überzeugt – auch manches infrage stellen werden. Genau das ist Universität. Für uns, die wir diesen Gründungsprozess begleiten und gestalten durften, ist dieser Tag deshalb mit großer Dankbarkeit verbunden – und mit großer Freude und Demut. Denn eine Universität gründet man nicht jeden Tag und niemals allein. Viele Menschen haben an die Idee dieser Universität geglaubt, lange bevor sicher war, dass sie Wirklichkeit werden würde. Viele haben Verantwortung übernommen, Entscheidungen getroffen, Widerstände ausgehalten und immer wieder dafür geworben, diesen ungewöhnlichen Weg tatsächlich zu gehen.“

Nagel richtete seinen besonderen Dank an den Brandenburger Ministerpräsidenten Dr. Dietmar Woidke und die Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle, sowie ihrem Staatssekretär und dem Aufsichtsratsvorsitzenden der MUL – CT Tobias Dünow und den Lausitzbeauftragten des Ministerpräsidenten Dr. Klaus Freytag. Er danke den Mitgliedern der Experten-, und der Gründungskommission, all denen in den Berufungskommissionen sowie den Mitgliedern des Innovations- und Netzwerkrates und allen weiteren Partnerinnen und Partnern, die die MUL – CT von Beginn an bis heute unterstützt haben und ohne die der Aufbau von Studium und Lehre dieser Universität so nicht möglich gewesen wäre. Er dankte explizit der an der MUL – CT für den akademischen Aufbau von Forschung und Lehre zuständigen Vorständin, Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, dem Studiendekan Prof. Dr. Michael Herzog, allen Professorinnen und Professoren und ihren Teams.

Nagel weiter: „Was dort in den vergangenen zwei Jahren geleistet wurde, ist in höchstem Maße beachtlich. Ich wünsche den Studierenden, dass Sie sich diese Haltung bewahren, den Menschen zu sehen und nichts geringzuschätzen und damit demütig zu bleiben – und zugleich mit Mut, Neugier und Begeisterung Ihren eigenen Weg gehen. Für diesen Weg brauchen wir alle gemeinsam noch einiges an Kraft, Ausdauer und Zuversicht. Aber ich bin sicher: Wenn es einen Ort gibt, an dem man weiß, was Energie bewegen kann, dann ist es Cottbus.

Und diese Energie wollen und werden wir nutzen – für unsere Universität, für die Medizin und vor allem für die Menschen, die uns ihr Vertrauen schenken.“

Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Gründungsvorständin Wissenschaft und zuständig für den Aufbau von Forschung und Lehre der MUL – CT, betonte in ihrer Festrede die besondere Bedeutung des Studienstarts. „Mit dem Modellstudiengang Humanmedizin beschreitet die MUL – CT neue Wege in der medizinischen Ausbildung und verbindet Studium, Forschung und Versorgung von Beginn an eng miteinander. Wir haben in kurzer Zeit die Voraussetzungen für unseren Modellstudiengang geschaffen – mit einer modernen Studiumsadministration, digitalen Lehreinfrastrukturen, mehr als 20 Neuberufungen, hergerichteten Lehrgebäuden und einem hochmotivierten Lehrekollegium. Aus all diesen Vorbereitungen wird nun konkretes Lehren und Lernen für eine Medizin der Zukunft. Mit ihrer Immatrikulation schreiben 38 junge Menschen auch Geschichte. Sie werden immer der erste Jahrgang der neuen Universitätsmedizin in der Lausitz sein und aktiv mithelfen, die Gesundheitsversorgung für die Bürgerinnen und Bürger der Region nachhaltig zu gestalten.“

Eine Schlagzeuggruppe des Staatsorchesters Cottbus rahmte die Feier feierlich mit dynamischen Klängen. Nach dem Festakt waren die Studierenden und ihre Angehörigen zum Empfang ins Foyer des Staatstheaters geladen und die Feier klang in nun gelöster Spannung, anhaltend bester Laune und großer Freude aus. Gut besucht war auch der „medizinische Mitmach-Parcours“ – des Interprofessionellen Simulationszentrums der MUL – CT, auf dem man einen Einblick in die Ausbildung der angehenden Ärzte gewinnen konnte.

Die Lehrveranstaltungen des Wintersemesters 2026/2027 beginnen nun an der MUL – CT am 12. Oktober. Auch wenn die jungen Studierenden gleich ins Studium einsteigen: Zum Auftakt absolvieren die Studierenden das zweiwöchige Modul „Einführung in das Studium der Humanmedizin“. Im Fokus werden zunächst organisatorische und fachliche Inhalte stehen – insbesondere die ärztliche Rolle und die Forschungsschwerpunkte der MUL – CT. Ergänzend finden in den sogenannten Erstieswochen als „Willkommen-Programm“ verschiedene extracurriculare Aktivitäten statt – z. B. die Fahrt mit der historischen Straßenbahn durch das Cottbuser Stadtzentrum.