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MUL - CT und AOK Nordost schließen Kooperationsvereinbarung ab

Mit Behandlungs- und Abrechnungsdaten Bedarfe erkennen und die Gesundheitsversorgung weiterentwickeln
22.10.2026
Kooperation AOK Nordost 1
Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Gründungsvorständin Wissenschaft der MUL – CT; Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende AOK Nordost – Die Gesundheitskasse und Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL – CT, nach der Unterzeichnung der Kooperation am 21. Oktober 2026 in den Räumlichkeiten der MUL – CT (v. l.).
Kooperation AOK Nordost 4
Routinedaten und ihre Bedeutung für die Gesundheitsforschung: Mehrere Vortragende brachten kurze thematische Schlaglichter aus ihren jeweiligen Kliniken und Abteilungen - hier Prof. Johannes Beller aus dem Fachgebiet der Medizinischen Soziologie.
Kooperation AOK Nordost 6
Prof. Dr. med. Dirk Große Meininghaus, Chefarzt Rhythmologie der MUL - CT.
Kooperation AOK Nordost 9
Gut besucht war die Veranstaltung zur Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der MUL - CT und der AOK Nordost.
Kooperation AOK Nordost 11
Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen MUL - CT und der AOK Nordost am 21. Oktober 2026.

Wo wird medizinische Versorgung besonders benötigt? Welche Angebote verbessern die Behandlung von Patientinnen und Patienten tatsächlich? Und wie lassen sich begrenzte Ressourcen wirksamer einsetzen? Diesen Fragen wollen die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) und die AOK Nordost künftig gemeinsam nachgehen. Mit einer Rahmenvereinbarung legen beide Partnerinnen den Grundstein für eine langfristige Zusammenarbeit in der Gesundheitssystemforschung. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse für eine bessere, bedarfsgerechte und wirtschaftliche Gesundheitsversorgung zu nutzen.

Im Mittelpunkt stehen Analysen von sogenannten Routinedaten der gesetzlichen Krankenversicherung. Das sind Informationen, die im täglichen Betrieb ohnehin erfasst werden. Dazu gehören zum Beispiel Diagnosen, verordnete Medikamente oder durchgeführte Behandlungen. Sie entstehen vor allem für die Versorgung, Dokumentation und Abrechnung.

Für die Forschung können diese Daten zusätzlich genutzt werden – etwa um zu untersuchen, wie Menschen behandelt werden und wo sich die Versorgung verbessern lässt. Sie sollen helfen, Versorgungsbedarfe und mögliche Versorgungslücken frühzeitig zu erkennen, Behandlungsergebnisse zu untersuchen und bestehende Versorgungsangebote bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Davon sollen die Menschen in der Lausitz und darüber hinaus profitieren. Die Verarbeitung der Daten erfolgt unter Beachtung der geltenden Datenschutzbestimmungen.

„Die Partnerschaft mit der AOK Nordost besteht seit Beginn des Universitätsaufbaus. Im Steuerungsgremium der Modellregion Gesundheit Lausitz, dem Innovations- und Netzwerkrat sind wir gemeinsam Mitglieder, Gestalter und im besten Sinne Treiber für die Gesundheitsversorgung der Zukunft. Dies zeigt sich nun einmal mehr, denn: Dass wir heute eine offizielle Kooperation zur verantwortungsvollen Nutzung von Daten unterzeichnen, ist ein wichtiger nächster und entscheidender Schritt für die Ermöglichung von Forschung. Wir unterstreichen das gemeinsame Ziel, die Versorgung nicht nur neu zu denken, sondern zu innovieren. Wir zeigen, dass wir in dem überkomplexen Gesundheitssystem gemeinsam in der Lage sind, uns auf wesentliche und notwendige nächste Schritte zu konzentrieren, die konkret die Gesundheitsversorgung der Menschen verbessern werden. So wird aus Partnerschaft mit Gestaltungswillen und Vision für eine bessere Versorgungszukunft evidenzbasiertes, konkretes Handeln für die Menschen, die mehr gesunde Jahre erleben sollen - sie stehen im Mittelpunkt unseres gemeinsamen Tuns“, sagt Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL – CT.

„Gute Gesundheitsversorgung ist eine gemeinschaftliche Aufgabe. Für die Forschung heißt das, wissenschaftliche Erkenntnisse zu liefern, die die Qualität und die Wirtschaftlichkeit der medizinischen und pflegerischen Versorgung unserer Patientinnen und Patienten verbessern. Die Kooperation mit der AOK Nordost verbindet dafür unsere wissenschaftliche Expertise mit Daten und Fragen aus der Versorgungspraxis. Für uns als junge Universitätsmedizin ist das ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung unserer Forschungsschwerpunkte – am Ende zählt, was unsere Forschung für die Menschen bewirken kann“, sagt Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Gründungsvorständin Wissenschaft der MUL – CT.

„Unser Anspruch ist, dass unsere Versicherten die Versorgung bekommen, die sie tatsächlich brauchen. In der Kooperation mit der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem wollen wir unsere Routinedaten für die Gesundheitssystemforschung nutzen, um Versorgungsbedarfe besser zu erkennen und die Versorgung gezielt weiterzuentwickeln. So können wir dazu beitragen, Beitragsgelder zielgerichteter und effizienter einzusetzen. Wir wollen nicht nur verstehen, wie Versorgung effizienter und zukunftsfähiger werden kann. Wir wollen sie aktiv mitgestalten“, sagt Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost.

Die Zusammenarbeit verbindet wissenschaftliche Expertise mit konkreten Fragestellungen aus der Versorgungspraxis. Neben gemeinsamen Forschungsprojekten sind der Wissenstransfer und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses vorgesehen. Ein gemeinsames Steuerungsgremium wird die Kooperation koordinieren; konkrete Forschungsvorhaben werden in gesonderten Vereinbarungen festgelegt.