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MUL – CT eröffnet Kinderschutzambulanz in Cottbus

Neue Anlaufstelle stärkt den Kinderschutz in der Lausitz und unterstützt die frühzeitige Abklärung möglicher Kindeswohlgefährdungen
04.11.2026
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Dr. Simone Stolz im neu eingerichteten Raum der Kinderschutzambulanz.
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Unterzeichnung des Vertrages zur Eröffnung der Kinderschutzambulanz an der MUL - CT am 4.11.26.
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Der Cottbuser OB Tobias Schick; Grit Gotzel, Fachbereichsleiterin Jugendamt der Stadt Cottbus; Gesundheitsstaatssekretärin Dr. Friederike Haase; Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL – CT und Dr. Simone Stolz, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der MUL – CT, nach der Unterzeichnung des Vertrages zur Kinderschutzambulanz (v. l.).
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Geschenke zur Eröffnung der Kinderschutzambulanz gab es auch.
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Vor der eigentlichen Eröffnung der Kinderschutzambulanz wurden Erfahrungen der Potsdamer Kinderschutzinstitutsambulanz im Hörsaal Altbau der MUL – CT ausgetauscht.

Jedes Kind hat das Recht, sicher und unbeschwert aufzuwachsen. Um Kinder und Jugendliche besser vor Gewalt, Misshandlung und Vernachlässigung zu schützen, hat die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) heute eine Kinderschutzambulanz eröffnet. Sie ist die fünfte Einrichtung dieser Art im Land Brandenburg und erweitert das Angebot für den medizinischen Kinderschutz in der Region. Betrieben wird die Ambulanz an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin unter der Leitung von Chefärztin Dr. Simone Stolz.

 Die Kinderschutzambulanz ist eine zentrale Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, bei denen durch das Jugendamt ein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung oder Vernachlässigung besteht. Ein interdisziplinäres Team nimmt eine umfassende medizinische Untersuchung vor, um mögliche Gefährdungen fachlich abzuklären und den betroffenen Kindern die notwendige Unterstützung zu ermöglichen.

Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender und Vorstand Krankenversorgung der MUL – CT: „Eine exzellente Gesundheitsversorgung zeigt sich auch darin, wie verlässlich eine Gesellschaft diejenigen schützt, die besonders auf Unterstützung angewiesen sind. Kinder, die Gewalt oder Vernachlässigung erfahren, brauchen Menschen, die hinschauen, Verantwortung übernehmen und ihnen schnell helfen. Mit der Kinderschutzambulanz schaffen wir an der MUL – CT dafür eine wichtige Anlaufstelle. Zugleich bringen wir die beteiligten Partner in der Region enger zusammen, denn wirksamer Kinderschutz gelingt nur gemeinsam. Es macht einen entscheidenden Unterschied, dieses verlässliche Angebot jetzt auch hier an der MUL – CT machen zu können: Ich danke allen, die dies möglich gemacht haben und denen, die für Kinder und Familien entscheidende Anker sein werden.“

„Hinter jedem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung steht ein Kind, das möglicherweise Hilfe braucht. Für die betroffenen Kinder und ihre Familien, aber auch für Menschen, die beruflich mit Kindern arbeiten und sich Sorgen machen, ist es wichtig, eine Anlaufstelle zu haben. Wir möchten Unsicherheiten nehmen, genau hinschauen und Klarheit schaffen. Vor allem aber möchten wir dazu beitragen, dass Kinder, die Gewalt oder Vernachlässigung erfahren haben, nicht allein gelassen werden und schnell die Unterstützung bekommen, die sie brauchen“, sagt Dr. Simone Stolz, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der MUL – CT.

In der Kinderschutzambulanz arbeiten die Expertinnen und Experten der MUL – CT eng mit den Jugendämtern der Stadt Cottbus und des Landkreises Spree-Neiße zusammen. Weitere Kooperationen innerhalb der Modellregion Gesundheit Lausitz befinden sich im Aufbau. Das Ziel: Die Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen im Gesundheitswesen und denen der Kinder- und Jugendhilfe soll systematisiert werden. So wird ein Netzwerk aufgebaut, in dem Expertinnen und Experten im Verdachtsfall durch gut abgestimmte Wege die für die Kinder und Familien bestmögliche, schnelle und fachgerechte Abklärung schaffen können.

Auch Gesundheitsstaatssekretärin Dr. Friederike Haase unterstrich bei der Eröffnung die Bedeutung des neuen Angebots für das Land Brandenburg: „Mit der Eröffnung der landesweit fünften Kinderschutzambulanz heute in Cottbus und der für Anfang 2027 in Neuruppin geplanten sechsten verfügt Brandenburg über ein flächendeckendes Netzwerk zur frühzeitigen Erkennung von Kindeswohlgefährdungen. Dass wir alle sechs Ambulanzen in enger Kooperation mit den jeweiligen Akteurinnen und Akteuren vor Ort binnen weniger Monate aufbauen konnten, zeigt ganz deutlich, dass das Thema Kinderschutz für uns hohe Priorität hat. Jetzt geht es darum, die neuen Angebote auch in der Finanzierung abzusichern. Daran arbeiten wir. Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement und wünsche ihnen für ihre herausfordernde und lohnende Arbeit zum Schutz der Verletzlichsten unserer Gesellschaft – den Kindern – viel Energie und gutes Gelingen!“

Neben Cottbus gibt es Kinderschutzambulanzen in Potsdam, Eberswalde, Lauchhammer und Frankfurt (Oder). Bis zum Jahr 2025 gab es im Land Brandenburg noch keine entsprechenden Einrichtungen. Mit dem Aufbau des landesweiten Netzwerks wird die frühzeitige Erkennung und fachliche Einschätzung möglicher Kindeswohlgefährdungen nun weiter gestärkt.

Die Einrichtung der Kinderschutzambulanz an der MUL – CT wurde durch Lottomittel des Landesamtes für Soziales und Versorgung des Landes Brandenburg (LASV) ermöglicht. Grundsätzlich stellt das Land Brandenburg für den Start der ersten Ambulanzen in 2026 Anschubmittel bereit, die unter anderem aus Lottomitteln der Gesundheitsministerin sowie Mitteln des Jugendministeriums für eine Landeskoordinierung finanziert werden. Nach der Anschubphase soll das Projekt dann 2027 in eine Regelfinanzierung und damit in eine dauerhafte, feste Struktur übergehen und regulär über den Landeshaushalt getragen werden.

Mit dem neuen Angebot setzt die MUL – CT ein weiteres Zeichen für die Stärkung des Kinderschutzes in der Modellregion Gesundheit Lausitz. Im Mittelpunkt stehen dabei die frühzeitige Abklärung möglicher Gefährdungen, die interdisziplinäre Zusammenarbeit und vor allem das Wohl der betroffenen Kinder und Jugendlichen.